Weltpremiere in Haan: Handballer als Ampelmännchen
An der Ecke Kölner/Dürerstraße ist seit heute das Alleinstellungsmerkmal der Gartenstadt seit Mittwoch in Betrieb.
Von Knut Reiffert
Haan – Wie so oft entstand die Idee bei einem Glas Wein. „Wir waren letzten Dezember im Skiurlaub und haben uns überlegt, was wir Haaner dem Neandertaler-Ampelmännchen in Mettmann entgegensetzen können“, erzählt Nils Thomas. Da es den Haans nur sitzend gibt und sein Brainstorming-Partner Stefan Panthel – seines Zeichens 2. Vorsitzender von Unitas Haan – war, kam man schnell auf einen Handballer als Lichtzeichenmotiv. Schnell war klar: Ein Sprungwurf soll Grün symbolisieren, ein roter Torwart mit erhobenen Händen beim Siebenmeter soll den Fußgängern Einhalt gebieten.
Für die Umsetzung holten sich die beiden Katrin Bassen ins Boot, eine der Unitas verbundene Grafikerin. Große Unterstützung erfuhr das Haaner Alleinstellungsmerkmal auch durch Unternehmen und die Stadtverwaltung. Die politischen Gremien gaben einstimmig grünes Licht. Technisch realisiert wurde es durch die Verkehrstechnik-Experten der SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GmbH.
Für deren Mitarbeiter Sascha Fuhs-Schlechter war das Umrüsten der ersten von drei zunächst geplanten Ampelanlagen alles andere als ein Hexenwerk. „Ich brauche nur die herkömmlichen Schablonen gegen die mit den Handballern auszutauschen“, erklärte er am Mittwochmorgen an der Ecke Kölner-/Dürerstraße von der Leiter herab. „Das geht auch beim laufenden Betrieb.
Die Lichtzeichen an den drei Fußgängerüberwegen dort sind die ersten im Stadtgebiet. „Wichtig ist, dass es sich um städtische Straßen handelt“, erklärt Panthel die Standortwahl. „Bei einer Landes- oder Bundesstraße wären viel aufwendigere Genehmigungsverfahren erforderlich gewesen.“ Dann hätte ein halbes Jahr von der Idee zur Realisierung bei weitem nicht ausgereicht.
Mit rund 1700 Euro veranschlagt der Unitas-Vize die Kosten für die Umrüstung. Weitere sollen an der Ecke Hochdahler-/Bachstraße sowie an der Landstraße folgen. „Und in unserer Halle an der Adlerstraße gibt es auch ein Exemplar“, freut sich Panthel.
Genau wie über das Medieninteresse aus ganz Deutschland. „Bei unserer Recherche sind wir hierzulande auf 45 verschiedene Ampelmännchen-Motive gestoßen“, berichtet der Haaner. Zum Beispiel im Kreis Mettmann den Neandertaler oder die Gänseliesel in Monheim. „Aber Handballer waren nicht dabei.“ Deshalb hat er allen Grund zur Aussage: „Das ist sogar eine Weltpremiere.“
Für entsprechende Pläne in Gummersbach laufen noch Online-Petitionen. In der Stadt des Bundesliga- und Europapokal-Vereins sei auch ein Ratsentscheid noch nicht absehbar, weiß Panthel. Der Haaner Entwurf ist mittlerweile beim Patentamt angemeldet. Darüber hinaus ist das öffentlichkeitswirksame Projekt für den Innovationspreis des Deutschen Handball-Bundes (DHB) nominiert worden.

