Vertrag mit Kronenberg ist Meilenstein für die Gesamtschule
Die weiterführende Schule und das Unternehmen sind eine Lernpartnerschaft eingegangen.
Von Knut Reiffert
Haan – Kooperiert haben die städtische Gesamtschule und die Eduard Kronenberg GmbH schon lange. Zum Beispiel bei Schülerpraktika. Folgerichtig sind sie jetzt eine offizielle Lernpartnerschaft eingegangen. Welche Bedeutung dieser Schritt hat, zeigt die prominente Besetzung bei der Vertragsunterzeichnung. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf, der Kreis Mettmann, die Stadt Haan, die Gesamtschule und natürlich das Unternehmen selbst waren zum Teil mit mehreren Vertretern dabei.
„Kreisweit gibt es aktuell 70 Lernpartnerschaften im Rahmen des Kooperationsnetzes Schule-Wirtschaft des Kreises Mettmann und der IHK“, berichtet Verena Schreiner, die die Verbindung zwischen Betrieben und Schulen herstellt. Das städtische Gymnasium ist Teil von mehreren dieser Partnerschaften, für die Gesamtschule ist es die erste.
„Mit Kronenberg haben wir gleich unseren Traumpartner gefunden“, erklärt Schulleiter Christian Hoffmann mit Blick auf die bisherige Zusammenarbeit. „Für unsere junge Schule ist das ein weiterer Meilenstein.“ Als bisherige zählt er auf: die Kooperationen mit dem Solinger Standort der University of Applied Sciences (CBS), mit der Friedrich-Albert-Lange-Schule und die Anerkennung als Mint-freundliche Schule für das mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Profil. „Und der nächste Meilenstein kommt im Juli, wenn hier das erste Abitur gefeiert wird“, freut sich Hoffmann.
Ralf M. Kronenberg betont seinerseits den guten Kontakt zur Gesamtschule. Über Praktika habe man schon Auszubildende gewinnen können. Derzeit hat sein Unternehmen zehn Azubis bei 119 Mitarbeitern insgesamt. „Und die sind ganz heiß darauf, ihr Wissen weiterzugeben“, macht der Chef der seit 13 Jahren in Haan ansässigen Firma deutlich, dass die Entscheidung zur Lernpartnerschaft von allen mitgetragen wird.
Welche Elemente eine Lernpartnerschaft enthalten kann, schildert Svenja Schölling. Sie ist an der Gesamtschule Koordinatorin für die Berufliche Orientierung (StuBo): „Die Bandbreite reicht von Betriebsbesuchen und Berufsfelderkundungstagen über verschieden lange Praktika bis hin zu Kooperationen im Unterricht.“ Im Fach Technik könnten Schülerinnen und Schüler vor Ort im Unternehmen Metallverarbeitung oder digitale Konstruktionsverfahren kennen und gleich anwenden lernen. „Ich kann mir auch Workshops oder einen Werktag bei Kronenberg vorstellen“, nennt Schölling weitere Teilbausteine.
Für Dr. Jürgen Holtkamp, bei der IHK unter anderem für die Ausbildungsberatung zuständig, sind die Lernpartnerschaften eine Triple-Win-Erfolgsstory. „Schulen, Schüler und Unternehmen profitieren gleichermaßen, wenn Jugendliche möglichst früh Einblick in die Arbeitswelt bekommen.“ Landrätin Dr. Bettina Warnecke ergänzt: „Im Kampf gegen den Fachkräftemangel gibt es kein besseres Mittel.“
Ein wichtiges Argument für die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen nennt Annette Herz, die für die Stadt Haan bei der Vertragsunterzeichnung dabei war: „Viele Kinder und Jugendliche haben im familiären Umfeld keine Vorbilder mehr, was eine berufliche Laufbahn anbelangt“, weiß die 1. Beigeordnete und Schuldezernentin. „Die kommen vielleicht nur die Lernpartnerschaft auf die Idee, ein Praktikum und später eine Ausbildung zu machen.“
Kommentar: Wirtschaft macht Schule – Schule macht Wirtschaft
