Vorfreude in Gruiten: Anfang Juli soll das Vereinsheim fertig sein

Nach der Eröffnung möchte der TSV sein Sportangebot erweitern. Möglich ist das durch die neue Mehrzweckhalle.

Von Sylke Jacobs

Gruiten – Das wichtigste Projekt in der Geschichte des TSV Gruiten geht in den Endspurt: Nach rund acht Jahren Planungs- und Bauzeit soll das neue Vereinsheim voraussichtlich Anfang Juli eröffnet und erstmals genutzt werden können. Am vergangenen Wochenende nutzten zahlreiche interessierte Besucher die Gelegenheit, sich im Rahmen einer Führung ein Bild von dem Baufortschritt zu machen. Dazu gehörte auch der Haaner Treff. Rund 3,9 Millionen Euro hat das Projekt bis jetzt gekostet.
Projektmanager Kai Kipper führte die Gäste durch das Gebäude, das sich aktuell noch im Rohbauzustand befindet. Offene Wände, sichtbare Rohre, herausragende Kabel und frei liegender Estrich geben einen Eindruck davon, wie viel Arbeit noch in den letzten Wochen bevorsteht. Teilflächen, die bereits mit blauem Bodenbelag ausgestattet sind, lassen dagegen schon erahnen, welche moderne und funktionale Sportstätte hier entsteht.
Ein zentraler Bestandteil des Gebäudes ist der offen gestaltete Versammlungsraum mit großzügiger Fensterfront und Blick auf den Sportplatz. Ausgestattet mit einer schallgedämpften Decke, kann der Raum vielseitig genutzt werden – unter anderem ist ein gastronomisches Angebot vom Verein selbst geplant.
Ergänzt wird das Raumangebot zudem durch ein modernes Büro und durchdachte Sanitäranlagen. Dazu gehören barrierefreie und unisex nutzbare Toiletten. Ebenfalls im Fokus stehen die Umkleiden: „Insgesamt gibt es vier Umkleiden, davon zwei größere mit je acht Duschen und zwei kleinere mit jeweils vier Duschen“, erläuterte Kipper, während er mit den Besuchern durch die halb fertigen Sanitäranlagen ging.
Die Lösung, die vorderen Umkleiden zu verkleinern, sei erst im Nachhinein entstanden. Und zwar zugunsten eines Lagerraums für Bälle und Sportutensilien. Diesen hätten sich die Fußballer gewünscht, die nun bereits sehnsüchtig darauf warteten, die Räumlichkeiten nutzen zu können.
Ebenfalls ein Highlight ist die neue Mehrzweckhalle mit einer Fläche von 160 Quadratmetern. Zwar sei sie kleiner als eine klassische Sporthalle, erfülle aber die Anforderungen des Vereins vollkommen. Sportarten wie Turnen, Tischtennis, Einradfahren, Tanzen und Gymnastik hätten hier zukünftig viel Platz, meinte der Projektmanager und fügte hinzu: „Durch die zusätzliche Halle können wir das Sportangebot deutlich erweitern, vor allem im Vormittagsbereich, wenn die große Halle durch Schulklassen belegt ist. Dann sollen hier künftig verstärkt Angebote, vor allem für Seniorinnen und Senioren stattfinden.
Verein musste die Bauleitung selbst übernehmen
Auch für eine nachhaltige Energieversorgung ist gesorgt. Eine moderne Lüftungsanlage samt Wärmerückgewinnung sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach mit einer Leistung von etwa 19 bis 20 Kilowatt, sorgen für zukunftsfähige Energietechnik.
Doch der Weg bis hierhin war nicht ohne Herausforderungen: Lange Zeit gestaltete sich die Abstimmung mit der Stadt Haan als schwierig. Zwar übernahm die Stadt die Baukosten, konnte jedoch keine Kapazitäten für die Bauleitung abstellen. Schließlich realisierte der Verein das Bauvorhaben selbst im Rahmen eines 30-jährigen Erbbaurechts. Danach geht der Grund wieder in den Besitz der Stadt zurück, die sich zugleich ein Belegungsrecht gesichert hat.
Die Umsetzung erfolgte nach städtischen Vergaberegeln, was zusätzlichen Aufwand, Zeit und Kosten verursachte. Nicht zuletzt war es das Engagement von Menschen im Verein, die das Projekt vorangebracht haben.
Bis Ende Mai, Anfang Juni sind noch Bauarbeiten anberaumt. Zur Eröffnung im Juli sollen dann auch die letzten Gestaltungsmaßnahmen abgeschlossen sein.