Sanierung von Sportstätten: Haan geht leer aus
Aus Berlin fließen vorerst keine Fördermittel aus der „Sportmilliarde“ in die Gartenstadt.
Von Knut Reiffert
Als im vergangenen Oktober der Kunstrasen an der Hochdahler Straße nach mutwilligen Beschädigungen mit einem Cuttermesser gesperrt werden musste, wurde vonseiten der Vereine und auch aus der Politik die Forderung nach einer grundlegenden Sanierung sowohl des Sportplatzes am Rand der Innenstadt als auch der Anlage in Gruiten laut.
Die Stadtverwaltung verwies seinerzeit unter anderem auf die Möglichkeit, in diesem Jahr Fördermittel aus dem bundesweiten Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) einwerben zu können, der sogenannten „Sportmilliarde“.
Doch daraus wird nichts. Zumindest vorerst nichts. Als in der vergangenen Woche die Liste mit den 314 Sanierungsvorhaben veröffentlicht wurde, die mit Geld aus Berlin gefördert werden, tauchte die Gartenstadt nicht auf.
„Die Stadt Haan wurde im Rahmen des Projektaufrufs 2025/2026 des Bundesprogramms ,Sanierung kommunaler Sportstätten’ leider nicht berücksichtigt“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung der Stadtverwaltung.
Man habe sich mit einer Projektskizze um eine Förderung beworben. Bundesweit seien im Zeitraum von November 2025 bis Januar 2026 jedoch mehr als 3600 Interessenbekundungen von den Kommunen eingereicht worden. Bundesweit war das Programm 23-fach überzeichnet.
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages entschied am 22. April, 314 Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 333 Millionen Euro zur Förderung auszuwählen.
„Die Interessenbekundung der Stadt Haan wurde im Verfahren zwar als förderfähig bewertet, konnte jedoch aufgrund der großen Zahl an Bewerbungen und der begrenzten Haushaltsmittel nicht berücksichtigt werden“, erklärt Stadtsprecherin Sonja Kunders.
Man bedauere diese Entscheidung und werde nun prüfen, ob die geplanten Maßnahmen ganz oder in Teilen im Rahmen der für Herbst 2026 angekündigten weiteren Förderrunde erneut eingereicht werden können.
Mehr Erfolg als Haan hatten einige Nachbar- bzw. kreisangehörige Städte: Solingen bekommt knapp 1,1 Millionen Euro für die Sanierung des Naturrasens in der Jahnkampfbahn („Walder Stadion“). Wülfrath kann mit etwas mehr als einer halben Million Euro den Kunstrasenplatz des Lhoist-Sportparks aufarbeiten. Und Velbert erhält fast 1,3 Millionen Euro für die Sanierung einer Schulturnhalle im Stadtteil Tönisheide.
Klaus Wiener freut sich über Geld für Hildener Turnhalle
Auch der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Klaus Wiener gibt eine Erfolgsmeldung ab. Für die Sanierung ihrer Dr. Ellen-Wiederhold-Sporthalle erhält die Stadt Hilden 1.575.000 Euro. Möglich geworden sei das auch durch den engagierten Einsatz des Haaners beim dafür zuständigen Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, heißt es in deiner Pressemitteilung aus dessen Wahlkreisbüro.
Dass mit der Wiederhold-Halle in Hilden ein Projekt von besonderer Wichtigkeit angegangen werden könne, erklärt Wiener wie folgt: „Hierbei handelt es sich nicht nur um eine Dreifach-Sporthalle für das städtische Gymnasium, sondern auch um die Heimstätte mehrerer Sportvereine. Somit investieren wir hier sowohl in Schul- als auch in Breitensport.“
