Halbzeit bei der XXL-Sanierung: Laut Bahn ist alles im Zeitplan
Am 11. Juli sollen alle Züge und Bahnen über die neuen Gleise rollen. Arbeiten an den Bahnhöfen können bis Ende 2027 dauern.
Von Knut Reiffert
Haan – Die gute Nachricht zuerst: Die Deutsche Bahn AG (DB) geht fest davon aus, dass am Samstag, 11. Juli, wieder Züge an den Bahnhöfen in Haan und Gruiten halten. „Die Korridorsanierung liegt im Plan“, heißt es in einer Pressemitteilung zur Halbzeit der XXL-Maßnahme.
Seit dem Baustart am 6. Februar hätten die Bauteams auf der Strecke zwischen Köln und Wuppertal bereits knapp 37 Kilometer Gleis und 23 Weichen erneuert. Mit Hilfe eines 800 Meter langen Bauzugs sei zudem auf über 35 Kilometern das Gleisbett gereinigt oder ausgetauscht worden. Darüber hinaus hätten die Bautrupps auf über 400 Metern neue Schallschutzwände gebaut.
In Haan, Gruiten und den anderen zehn an der Strecke liegenden Haltepunkten kämen die Arbeiten planmäßig voran: „Die Abrissarbeiten konnten die Teams im letzten Monat an allen Bahnhöfen nahezu abschließen“, berichtet die Bahn. Zudem seien die Neubauarbeiten im vollen Gange: An vielen Stationen seien die neuen Bahnsteigkanten sowie die Fundamente für neue Dächer und Aufzüge bereits gesetzt. Eine Anfrage des Haaner Treffs, ob das auch für die beiden Bahnhöfe im Stadtgebiet zutrifft, ließ die DB-Pressestelle allerdings unbeantwortet.
„Hinter uns liegen intensive und arbeitsreiche elf Wochen“, sagt Arno Jaeger als Gesamtprojektleiter für die auch Haan betreffende Korridorsanierung. „Seit dem Baustart im Februar gibt mein Team alles dafür, die zahlreichen Bauarbeiten bestmöglich umzusetzen.“ Tag für Tag gebe es sichtbare Fortschritte auf den vielen Baustellen. „Alle ziehen hier an einem Strang und sind mit viel Teamgeist bei der Sache. Ich bin mir sicher, dass wir auch die zweite Hälfte der Korridorsanierung erfolgreich absolvieren werden“, kündigt Jäger an.
Schienenersatzverkehr soll
stabiler geworden sein
Jäger geht zur Projekthalbzeit auch auf den Schienenersatzverkehr (SEV) ein, den die DB InfraGO gemeinsam mit den Aufgabenträgern VRR und go.Rheinland sowie den Eisenbahnverkehrsunternehmen organisiert hat. Umgesetzt wird er mit den markanten und auch in Haan immer wieder zu sehenden purpurfarbenen Bussen.
„Dank der nach der ersten Sperrung getroffenen Verbesserungsmaßnahmen wurde der Schienenersatzverkehr stabilisiert“, lautet die Darstellung der DB. Das Nachjustieren war erforderlich geworden, weil die angekündigten Fahrtzeiten zuvor nur selten eingehalten werden konnten. Zudem fielen auch in Haan und Gruiten immer wieder SEV-Busse auf, die völlig vom Weg abgekommen und teilweise sogar in engen Hofschaften regelrecht stecken geblieben waren.
„Jeden Tag halten in der Spitze bis zu 200 Ersatzverkehrsbusse die Menschen in einer der am dichtesten besiedelten und verkehrsreichsten Regionen Deutschlands während der Bauarbeiten mobil“, findet die DB. Man werde den Schienenersatzverkehr allerdings weiterhin engmaschig managen und bei Bedarf noch einmal zusätzliche Maßnahmen ergreifen.
Neben den großen Bahnhöfen wie Wuppertal Hauptbahnhof und Solingen Hauptbahnhof sollen von der Korridorsanierung auch kleinere Stationen profitieren. Zu denen gehören auch der Haaner Bahnhof und der in Gruiten. Wichtige Anmerkung vonseiten der Deutschen Bahn: Die Arbeiten an den Bahnhöfen selbst werden auch über den Zeitraum der aktuellen Bauphase hinaus bis Ende 2027 fortgesetzt.
Ziel der fünfmonatigen Bauphase im Rahmen der Korridorsanierung ist nach Angaben der Bahn, die hochbelastete Eisenbahnstrecke von Köln nach Hagen verlässlicher und leistungsfähiger zu machen. Störungen und damit einhergehende Verspätungen sollen deutlich reduziert werden.
Um das hinzubekommen, erneuert oder verbessert die DB InfraGo seit dem Baubeginn am 6. Februar insgesamt 81 Kilometer Gleis, 50 Weichen und 29 Kilometer der Oberleitung.
S-Bahnen
Für den Zeitraum vom 15. Mai bis 12. Juni kündigt die DB eine erneute Sperrung der Strecke zwischen Wuppertal und Düsseldorf auch für S-Bahnen an. Das betrifft die Haaner allerdings nur am Rande. Denn der Gruitener Bahnhof wird wegen der aufwendigen Sanierungsarbeiten schon seit dem 6. Februar durchgehend nicht mehr angefahren. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: Ab dem 12. Juni sollen die S 8 und die S 68 wieder in Gruiten halten. Also noch bevor die RB 48 am 11. Juli ihren regulären Fahrbetrieb mit Halts in Haan und Gruiten wieder aufnimmt. ⋌ff
