Bohlebots wollen zur WM nach Südkorea: 
So können alle Haaner das möglich machen

Zwei Teams haben sich zudem für die EM in Wien qualifiziert. Das sorgt für rund 40.000 Euro Reisekosten.

Von Knut Reiffert

Haan – Ein Haaner Team bei einer Weltmeisterschaft? Das ist eher die Ausnahme. Doch jetzt hat das Atlantis-Team der Bohlebots die Möglichkeit, ihre kickenden Roboter Anfang Juli in Südkorea gegen die Elite der Gastgeber sowie aus Ländern wie China, Japan, Australien oder den USA aufs Feld zu schicken.
Voraussetzung: Die Reisekasse stimmt. „Weil wir Anfang Juni auch noch die Teams Pompeji und S.A.R.G.E.T. zur Europameisterschaft in Wien schicken möchten, brauchen wir insgesamt 40.000 Euro“, rechnet Roland Stiebel vor. Er ist Leiter der Robotik-AG des Haaner Gymnasiums und gleichzeitig Gründer und Chefcoach der Bohlebots. „Ich habe zwar schon Zusagen von Firmen bekommen, die uns unterstützen wollen, es ist aber noch viel Luft nach oben.“
Davon berichtete er auch Roland Schüren, als er ihn zufällig in einem Supermarkt traf. Der Bäckermeister hatte ein offenes Ohr und eine Idee, wie alle Haanerinnen und Haaner mit überschaubaren Beiträgen helfen können, dass Sophia Kern, Lisa Stiefel, Jil Hoppenhaus, Annika Schmidt und Sarah Böllinghaus zusammen mit Stiepel und Lehrerin Maike Volkmar in Südkorea antreten und auch Werbung für Haan machen können. Und zwar indem sie ihre Back-Päck-Punkte zugunsten der Bohlebots spenden. Jeweils drei Punkte gibt es in den Schüren-Filialen für einen Euro Einkaufswert. „Die kann man sammeln und sich irgendwann in Backwaren auszahlen lassen“, erklärt der Bohlebots-Fan. „Oder man kann sie spenden.“ Normalerweise profitieren davon die Tafeln an den Filialstandorten. „Aber bis zum 7. Juli unterbrechen wir das und unterstützen so lange die WM-Fahrerinnen.“
Doch nicht nur das. Schüren verdoppelt den Gegenwert der Punkte noch einmal.
Für die Weltmeisterschaft hatte sich das Atlantis-Team durch den Titelgewinn bei den Deutschen Meisterschaften Mitte März in Köln qualifiziert (Haaner Treff berichtete). „Zum ersten Mal ist ein Mädchenteam unsere Top-Mannschaft“, stellt Stiebel fest. Dass sich zunehmend Schülerinnen mit Informatik und Robotik beschäftigen, spiegele sich auch in ihrer Beteiligung an der entsprechenden AG des Gymnasiums wider. „Da sind mittlerweile ein Drittel Mädchen drin.“
Was Atlantis in Deutschland unschlagbar und zu einem Mitfavoriten für die Weltmeisterschaft in Südkorea macht, ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Die stand den Jungs des Quadro-Teams schon beim WM-Titelgewinn 2022 in Thailand zur Verfügung, ist seitdem aber immer weiter verbessert worden. Aktuell kümmert sich vor allem Annika Schmidt um das KI-Training der Roboter, die sich mit Hilfe von Kameras und Bodensensoren (zum Erkennen der Außen- und Torlinien) auf dem Spielfeld orientieren.
Der Einsatz allerneuster Technik macht die Bohlebots auch für Roland Schüren zur Herzensangelegenheit: „Hier wird spielerisch vermittelt, was deutsche Unternehmen unbedingt benötigen, um technologisch mit China, Japan oder den USA mithalten zu können.“