„Insight“ rockt in mitte.haan
Haaner Coverband überzeugte die Gäste mit starken Stimmen und warmem Sound.
Von Sylke Jacobs
Haan – Eine eigene Nische zu finden, sich von der Konkurrenz abzuheben, ist nicht leicht. Schon gar nicht für eine Coverband. Entscheidend ist die Glaubwürdigkeit, den Zuhörer zu erreichen, ihn mitzunehmen und emotional zu berühren, so dass er sich in den Songs wiederfindet.
Der Band Insight ist das gelungen – vielleicht, weil sie das, was sie machen ernst meinen und gut machen: Authentisch, ohne großes Aufheben, dafür mit starken Stimmen und gutem Sound, bewegt sich ihr Line-up zwischen Soul und Rock – angenehm und „warm“.
Rund 60 Zuhörer waren am Freitag, 10 April, nach mitte.haan am Neuen markt gekommen, das auf 98 Quadratmetern einen Abend lang zu einem lauschigen Konzertort geworden war.
Als „Insight“ mit Eric Claptons „Layla“ in den Abend starteten, war schnell klar, wohin die musikalische Reise gehen würde. Gefühlvoll und ganz nah dran, hatten die Band das Publikum schnell für sich gewonnen.
Insight, das sind acht Musiker: Udo Ern (Gesang, Gitarre), Amany van Baal und Michaela Abel (Gesang), Ulli Bärleken (Gitarre), Ralf von der Höh (Bass), Eckhard Kurz (Keyboard), Jörg Vorlob (Drums) und Stefan van Dahl (Percussion).
Udo Ern, so etwas wie der Kopf der Band erinnert sich noch an die Anfänge: Das Ganze habe 2019 begonnen, damals noch unter dem Namen „NBP – Ninis Band Projekt“. Ein Projekt, das sich ganz auf die Songs von Sarah Conner fokussierte – und dem Gedanken „Musik gegen Krebs“ zu machen.
Ern macht seit 45 Jahren Musik. „Musik ist meine Leidenschaft“, meint er – und das glaubt man ihm sofort. Besonders Eric Clapton hat es ihm angetan, aber auch Sting, Police und viele weitere bekannte Stücke aus den 1980er und 1990er- Jahren gehören zum Repertoire der Band. Rock, Pop, Blues, Soul: „Die Stücke müssen uns selbst erreichen“, sagte Ern. Für eigene Songs allerdings, fehlt die Zeit im Alltag der acht Hobbymusiker.
In Haan ist die Band keine Unbekannte mehr, mehrfach war sie bei öffentlichen Auftritten in der Stadt zu erleben. „Wir waren die erste Band, die in der neuen Aula des Haaner Gymnasiums aufgetreten ist“, betont Ern.
Viele ihrer Auftritte stehen in enger Kooperation mit dem Rockin‘ Rooster Club. Für den Auftritt am vergangenen Samstag waren sie allerdings direkt von der Wirtschaftsförderung der Stadt Haan angesprochen worden.
„Diesmal spielen wir bewusst akustisch – wegen der Lautstärke – aus Rücksichtnahme gegenüber der Anwohner“.
Geprobt wird in der Horstmannsmühle, einmal pro Woche, so wie es die Zeit zulässt. Einige Bandmitglieder kommen aus Haan, andere aus Düsseldorf und Mettmann. Und obwohl die meisten noch in anderen Musikprojekten unterwegs sind, ist „Insight“ von allen ein Herzensprojekt. „Wir haben ein super Klima in der Band“, erzählte Sängerin van Baal, die mit ihrer rauchigen Stimme markante Akzente setzt.
Auch Michaela Abel, die musikalisch mit Klassik groß geworden ist und sich später im Country wiedergefunden hat, prägt die Band. Drei Sängerinnen und Sänger, zeitweise zum vierstimmigen Chor erweitert, sind eben auffällig.
Kein lauter Rock, eher handgemacht mit Gefühl – dem Publikum gefiel’s. Ob bei ruhigeren Stücken oder bekannteren Songs, es genoss, hörte zu und schwang mit. Erns‘ Statement für diesen Abend war klar: „Musik zu machen in heutiger Zeit ist wichtig. Wir müssen zusammenstehen.“
