Warum Haan à la carte in diesem Jahr ausfallen muss
Die Aktionsgemeinschaft „Wir für Haan“ hat sich für eine Rückkehr zum zweijährigen Rhythmus entschieden.
Von Antje Götze-Römer
Haan – Wie der Haaner Treff in seiner Ausgabe vom 27. März kurz berichtete, wird die Veranstaltung „Haan à la carte“, die von der Aktionsgemeinschaft „Wir für Haan“ (WfH) organisiert wird, in diesem Jahr ausfallen.
Der WfH-Vorsitzende Patrick Schälte erklärte gegenüber unserer Zeitung dazu, dass diese Vorstandsentscheidung vor allem den hohen Kosten, die die Durchführung eines solchen Events mit sich zieht, geschuldet ist. „Es wäre natürlich schön, wenn wir die Schlemmermeile jedes Jahr aufziehen könnten. Aber wir können und dürfen dadurch nicht den Bestand des Vereins gefährden“, sagt Schälte.
Eigentlich war „Haan á la carte“ bereits fest terminiert gewesen. Aufgrund einer Parallelveranstaltung am sonst üblichen Junitermin, wurde das Event sogar auf Juli verschoben. „Die Terminierung war an sich schon schwierig, weil zeitgleich die Fußball-WM stattfindet. Da bleibt so mancher lieber zu Hause vor dem Fernseher“, meint der Vorsitzende der WfH. Und: Public Viewing sei nicht finanzierbar.
Jetzt also die Absage, ein parallel sonst stattfindender verkaufsoffene Sonntag war noch gar nicht beantragt worden.
Schälte weist auf die enorm gestiegenen Kosten hin. Alleine der Sicherheitsapparat mit Sicherheitsdienst, Nachtwachen und ähnlichem sei im Vergleich zu „Vor-Corona-Zeiten“ um 500 Prozent gestiegen. Auch die Preise für die Infrastruktur wie Zelte, Bänke,Tische, Technik und ähnliches hätten sich mindestens verdoppelt, gleiches gelte für die Energiepreise und die Kosten für Personal. Eine enorme Preissteigerung habe es auch bei den Versicherungen gegeben. Das Einzige was konstant geblieben sei, seien die Gebühren für Genehmigungen.
Rund 20.000 Euro kommen so zusammen, die vorfinanziert werden müssen, ohne dass ein einziges Getränk oder eine Speise überhaupt verkauft worden sei. Die Standgebühren für die Aussteller – im vergangenen Jahr waren es 12 – fangen bei rund 500 Euro an und steigern sich, je nachdem ob und wie viel Equipment der Gastronom vom Veranstalter gestellt bekommen möchte.
Auch hier sei das Ende der Belastbarkeit für die teilnehmenden Gastronomiebetriebe erreicht. Eine Erhöhung der Standgebühren kommt für die Aktionsgemeinschaft nicht in Frage. „Der Aufwand muss sich für die teilnehmenden Betriebe ja auch lohnen“, meint Patrick Schälte, der froh ist um jeden, der sich an der Veranstaltung beteiligt.
Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass sich die hohen Grundkosten nicht durch die Standgebühren decken lassen. Eine Zufinanzierung erfolgt über die Mitgliedsbeiträge und über Spenden. Spätestens an dieser Stelle werde klar, dass die Veranstaltung die Vereinsexistenz gefährden könnte, und das will der Verein nicht zulassen. „Wir haben schließlich noch andere schöne Events wie das Weinfest oder den Martinsumzug“, sagt Schälte.
Und so hat sich der Verein entschlossen, zu den Wurzeln zurückzukehren und „Haan à la carte“ wieder im zweijährigen Turnus – wie vor einigen Jahren – zu organisieren.
Patrick Schälte verspricht: „Im nächsten Jahr kann definitiv in der Haaner Innenstadt wieder geschlemmt werden“. Denn eines stehe fest: das neue Konzept einer konzentrierten Präsentation der Stände am unteren Neuen Markt oberhalb des Brunnens mit Anschluss zum Bereich des Haaner Sommers ist bei den Gästen sehr gut angekommen.
Natürlich habe das Wetter auch mitgespielt im vergangenen Jahr, aber die große Anzahl an Gästen, die auch oft lange verweilt haben, war Zeugnis dafür, dass die Haaner ihre Schlemmermeile lieben und gerne in die Innenstadt kommen.
Jetzt dann eben erst wieder 2027.
