Vorstand des CVJM sammelt Unterschriften
Zwischen dem Vorstand des CVJM und der Kirchen- gemeinde schwelt ein Konflikt mit Potenzial zum Dauerbrenner.
Haan – Der CVJM Haan ruft im Zusammenhang mit der geplanten Schließung ihres Gebäudes an der Alleestraße alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt und alle mit dem CVJM verbundenen Personen dazu auf, die Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit des CVJM in Haan aktiv zu unterstützen.
Mit einer Unterschriftenaktion möchte der Verein „ein deutliches Zeichen für den Erhalt bewährter Strukturen, für verlässliche Angebote und für die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements in der Stadt“ setzen.
Innerhalb von nur sechs Tagen sind so bereits 508 Unterschriften zusammengekommen (Stand 31.März).
Hintergrund sind aktuelle Entwicklungen und Entscheidungen innerhalb der Evangelischen Kirchengemeinde, unter anderem der Beschluss zur Aufgabe des Vereinshauses, die die langjährig gewachsene Arbeit des CVJM betreffen.
Der Verein sieht darin nicht nur eine Herausforderung für die eigene Arbeit, sondern auch für die zahlreichen Kinder, Jugendlichen und Familien, die diese Angebote regelmäßig nutzen.
„Wir erleben derzeit viel Zuspruch aus der Bevölkerung. Viele Menschen in Haan wissen, welchen Wert unsere Arbeit hat – für junge Menschen, für Gemeinschaft und für das soziale Miteinander in unserer Stadt“, sagt der Vorstand des CVJM Haan.
Mit der Unterschriftenaktion möchte der Verein dem Presbyterium sichtbar machen, wie groß die Unterstützung in der Stadtgesellschaft ist. Gleichzeitig verstehe der CVJM den Aufruf aber auch als Einladung zum Dialog und zur gemeinsamen Suche nach tragfähigen Lösungen für die Zukunft. Die Unterschriftenlisten und eine Online Petition sind ab sofort im Umlauf sowie an verschiedenen Stellen in Haan erhältlich.
Derweil zeigt sich die Evangelische Kirchengemeinde beeindruckt von der Resonanz auf die Unterschriftenaktion: „Ein beeindruckendes Signal, das die aktuelle Diskussion sichtbar verstärkt und die hohe Relevanz der Jugendarbeit in Haan unterstreicht“.
Seit Dezember befinde sich das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Haan in einem kontinuierlichen persönlichen Dialog mit dem Vorstand des CVJM Haan.
„Gerade in einer Phase, in der bereits intensive Abstimmungen stattfinden, setzen wir bewusst auf den direkten Austausch zwischen den Beteiligten als Grundlage für nachhaltige Lösungen. Gemeinsam mit Kirchenkreis und Landeskirche suchen wir dabei für alle Seiten tragfähige Lösungen“, betont Sarah Weidner, Gemeindemanagerin der Kirchegemeinde.
Die jüngste Mobilisierung zeige, wie viel Engagement für die Jugendarbeit existiere. „Genau diese Energie wollen wir nutzen, um die laufenden Gespräche konstruktiv zu vertiefen. Für uns ist klar: Wir streben gemeinsame Lösungen an, bleiben dabei aber in unserer Verantwortung für die langfristige Ausrichtung. Jugendarbeit verstehen wir bewusst in ihrer ganzen Breite: von der klassischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen über unterschiedliche gemeindliche Angebote bis hin zu neuen Formaten für besondere Zielgruppen. Diese Vielfalt verstehen wir nicht als Abgrenzung, sondern als Teil eines größeren Ganzen, in dem unterschiedliche Formen von Jugendarbeit im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Akteuren und Perspektiven in Haan ihren Platz haben“.
Das Projekt „Unboxing Haan“ (der Haaner Treff berichtete) sieht die Evangelische Kirchengemeinde dabei als Beispiel für den Innovationsprozess, der durchlaufen werde, der Struktur und Orientierung biete und der den Rahmen bilde für alle, die an der Zukunft der Jugendarbeit mitwirken wollen. Ein Ergebnis ist das Pop-Up-Café in mitte.haan.
Die Evangelische Kirchengemeinde stellt klar: Die getroffene Entscheidung von Dezember 2025 beziehe sich ausschließlich auf die langfristige Nutzung des Gebäudes an der Alleestraße 10.
Grundlage der Entscheidung sei die verbindliche Gebäudebedarfsanalyse, die kirchenkreis- und landeskirchenweit gelte und den langfristig verantwortbaren Raumbedarf klar definiere.
„In der Konsequenz haben wir beschlossen, die kirchlichen Räume flexibel nutzbar zu gestalten, so dass auch den Kindern und Jugendlichen des CVJM zukünftig Räume zur Verfügung stehen und niemand durch diese Entscheidung benachteiligt wird“.
Die Kinder- und Jugendarbeit bleibe ein Herzstück der Evangelischen Kirchengemeinde, die auch weiterhin innovativ, modern und offen gestaltet werden soll. „Auch während Diskussionen über Räume und Strukturen bleibt es uns wichtig, dass Kinder gemeinsam spielen, kreativ sein und Gemeinschaft erleben können“, sagt Weidner.
Die Evangelische Kirchengemeinde Haan setze weiterhin auf direkten Dialog, lade zum konstruktiven Austausch ein und arbeite transparent, um die Jugendarbeit langfristig zu stärken und zukunftsfähig aufzustellen.⋌agr
