Tafel Haan braucht eine neue Heimat
Seit fast 20 Jahren gibt es die Tafel Haan an der Ellscheider Straße, aber langsam wird es zu eng.
Von Antje Götze-Römer
Haan – „Eigentlich arbeitet die Tafel in Haan seit ihrem Bestehen in einem Provisorium“, sagt Harald Schmelzer, Sprecher der Tafel Haan. Seit Oktober 2006 befindet sich die Ausgabe im Untergeschoss des Gemeindehauses der Freien Evangelischen Kirche (FeG) an der Ellscheider Straße 46. Das Lager samt Kühlraum befindet sich im Industriegebiet Schallbruch. Für beide Räumlichkeiten zahlt der SKFM als Träger der Tafel in Haan keine Miete. „Dafür sind wir auch unglaublich dankbar“, betont Schmelzer.
Faktisch bedeutet die räumliche Trennung von Lager und Ausgabe aber auch, dass wöchentlich etwa sieben Tonnen an Lebensmitteln zwischengelagert werden müssen, um sie dann montags und dienstags rechtzeitig und frisch zur Ausgabe zu schaffen.
Dort werden an jedem Dienstag zwischen 160 und 180 Kunden bedient, die sich zu extrem günstigen Preisen mit Lebensmitteln versorgen können. Dafür ist eine Berechtigung notwendig, die vom SKFM an der Breidenhofer Straße 1 ausgestellt wird. „Als die Tafel 2006 öffnete kamen pro Woche ungefähr 20 Personen“, wissen Hanns-Peter Bietenbeck und Manfred Michallik, die bei der Tafel Haan für die Organisation der Ausgabe zuständig sind.
Zur Tafel kommen ausschließlich bedürftige Menschen, oft Familien mit minderjährigen Kindern. Die Anzahl der Kunden war besonders mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine und der damit verbundenen erhöhten Anzahl an Geflüchteten nach oben geschnellt. Und damit auch die Menge der Waren, die benötigt werden. Aber: „Es gibt in Haan mehr Berechtigte als wir Kunden haben“, betont Bietenbeck. Trotz des diskreten Umfeldes, das an der Ellscheider Straße geboten ist.
„Die körperlichen Mühen für die ehrenamtlichen Fahrer sind extrem“, betont Jörg Niegeloh, der für die Logistik bei der Tafel Haan zuständig ist. Denn die Räume der FeG stehen den insgesamt 70 ehrenamtlich Tätigen im Fahrdienst, der Ausgabe oder der Organisation nur montags und dienstags zur Verfügung. Danach müssen sie besenrein wieder der Gemeinde übergeben und alle Möbel abgebaut werden.
Natürlich ist das eine Selbstverständlichkeit für die Tafel-Angehörigen, bedeutet aber auch, dass eventuelle Restmengen, die in der Folgewoche noch verwendet werden können, wieder ins Lager zurückgeschafft werden müssen.
Jetzt wollen die Organisatoren die Suche nach neuen Räumlichkeiten intensivieren und haben auch schon ihre Fühler ausgestreckt und sich auf Vermietungsanzeigen gemeldet. „Bisher war aber noch nicht das Passende dabei“, sagt Harald Schmelzer. „Uns ist klar, dass neue Räume bezahlt werden müssen“, betont er.
Dadurch könnte sich die Tafel komplett neu aufstellen, sogar ein zweiter Ausgabetag wäre denkbar. Das Einlass- und Kundenmanagement ließe sich wesentlich optimieren.
„Für neue Räume gibt es einige Kriterien, die dringend erfüllt sein müssen“, erläutert Hubert Bader, Geschäftsführer des SKFM Hilden-Haan. Mindestens 350 Quadratmeter mit einem abgetrennten Raum für eine Küche, in der die gelieferte Lebensmittel sortiert, portioniert und für die Ausgabe vorbereitet werden können, sollten die beheizbaren Räume vorweisen können. Ebenfalls wichtig ist eine ausreichende Anzahl an Parkmöglichkeiten und eine gute Anbindung an den ÖPNV. Und die Kosten sollten einen gewissen Rahmen nicht sprengen, schließlich müssten sie aus Spendeneinnahmen gedeckt werden.
Anbieter können sich melden unter 02129/2628 oder per E-Mail an info@skfm-haan.de oder hubert.bader@skfm-hilden-haan.de.
