Seit 10 Jahren fairer Handel in Haan
Seit 2016 trägt die Stadt Haan das Siegel „Fairtrade Stadt“ und kann Erfolge aufweisen.
Von Antje Götze-Römer
Haan – „Da mussten viele dicke Bretter gebohrt werden“, gibt Andreas Rehm von der GAL zu. Er ist der Sprecher der Steuerungsgruppe „Fairtradestadt Haan“, und dies seit mehr als 10 Jahren.
Die Diskussionen begannen Anfang der 2010er-Jahre, gipfelten in einem entsprechenden Antrag der GAL und schließlich soll der damalige Bürgermeister Knut vom Bovert zu Rehm gesagt haben: „Wenn Sie das übernehmen, machen wir das“.
Und Rehm machte: Suchte Aktive, Einzelhändler, Gastronomen und Schulen. Die Gruppe formulierte die Anforderungen und fand schließlich unter anderem zwei wichtige Akteure und Mitstreiter in den beiden Weltläden in Haan und Gruiten.
Dennoch sollte es rund eineinhalb Jahre dauern bis die erste Akkreditierung durch den Verein Transfair e.V. erfolgte. Das war 2016, und seit dem gelang es der Steuerungsgruppe, dass sich die Stadt Haan alle zwei Jahre neu rezertifizieren konnte.
Dazu müssen Standards hinsichtlich der ökonomischen, sozialen und ökologischen Arbeits-, Handels- und Lebensbedingungen entwickelt werden. „Es gibt viele Labels von unterschiedlichen Organisationen, die Ware als faire Ware kennzeichnen. Doch alle verfolgen immer das genannte Ziel und werden anerkannt“, betont Andreas Rehm.
Haan war erst die zweite Stadt im Kreis Mettmann, die das Fairtrade-Siegel erhielt, und auch heute bemüht sich nur maximal die Hälfte der kreisangehörigen Städte um die Stärkung des fairen Handels. In Haan ist das Fairtrade-Konzept mittlerweile sogar Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Haan.
In Haan werden außer in den Weltläden an der Kaiser- und an der Bahnstraße inzwischen an vielen anderen Stellen faire Produkte zum Kauf angeboten.
Geschäfte, Gastronomiebetriebe, soziale Einrichtungen, Vereine, Schulen und Kindergärten konnten dafür gewonnen werden, fair gehandelte Produkte anzubieten oder sich mit diversen Projekten für den Fairen Handel zu engagieren.
„In der Gastronomie würde ich mir noch ein bisschen mehr Engagement wünschen, beispielsweise mit Zuckertütchen aus fairem Handel, das ist ganz einfach“, sagt Rehm auf die Frage, an welchen Stellen die zu bohrenden Bretter besonders dick seien.
Für dieses Jahr sind mehrere Aktionen seitens der Steuerungsgruppe geplant, die eine breite Öffentlichkeit mitnehmen sollen, beispielsweise die „Faire Woche“ vom 11 bis 25. September oder am 17. und 18. April, wenn der Weltladen Haan sich in „mitte.haan“ präsentiert.
„Dann wird die ganze Vielfalt der Weltläden gezeigt“, lädt Ingrid Spickenborn zu verschiedenen Verkostungen ein. „Wir wollen zeigen, dass fairer Handel mehr ist als Schokolade und Bananen“.
Einen Überblick über faire Angebot in Haan gibt es auf der Internetseite www.einkaufen-in-haan.de.
