Alles begann mit einem Kinderkarussell

Haaner Reparatur-Café „Knösterstube“ feierte ihr 10-jähriges Bestehen im 
Forum.

Von Antje Götze-Römer
Haan – „Sowas brauchen wir in Haan auch“, dachte Frank Intveen vor etwas mehr als 10 Jahren. Damals hatte er ein Spielzeugkarussell in das Reparatur-Café nach Langenfeld gebracht, wo ihm prompt geholfen werden konnte.
Bei dem Gedanken allein blieb es nicht. Intveen setzte alle ihm zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung, um ein gleiches Angebot auch in Haan auf die Beine zu stellen. Er suchte nach Reparatur-Experten, die er zunächst in der Handwerker-Gruppe des – wie es damals noch hieß – Seniorennetzwerks fand.
Räume stellte schlussendlich die Katholische Kirchengemeinde im Untergeschoss des Forums zur Verfügung. Hier waren die Voraussetzungen perfekt: Es gab einen großen Raum für Tische, an denen die „Kunden“ gedient werden konnten, und einen Service- und Empfangsbereich, wo die Besucher nicht nur freundlich empfangen werden, sondern auch eine gute Tasse Kaffee und ein Stück selbst gebackenen Kuchen erhalten können. Gegen eine kleine Spende erhalten die Gäste ein Rundum-Wohlfühl-Paket mit Mehrwert und mit zunächst sieben Reparateuren.
Die Reparaturidee wurde im März 2016 Realität, und so können die „Knösterer“ auf eine mittlerweile 10-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Und das taten sie auch – im Rahmen eines kleinen Sektempfangs für ein gutes Dutzend geladene Gäste, darunter Bürgermeister Vincent Endereß, der sich gerne über die Haaner Knösterstube und deren nachhaltige Idee informierte. Haushaltsgeräte, Elektronik, Spielzeug, Werkzeuge und unzählige Alltagsgegenstände haben die mittlerweile 17 Experten im Laufe der Zeit in Augenschein genommen. Rund 65 Prozent der Gegenstände konnten repariert werden. Die Besitzer der verbleibenden 35 Prozent sind aber dennoch nicht traurig. „Die Leute wissen: wenn es in der Knösterstube nicht repariert werden kann, ist es wirklich kaputt“, berichtete Frank Intveen.
Aus dem zunächst einmal monatlich stattfindenden Angebot ist eines geworden, das mittlerweile zwei Mal pro Monat stattfindet. 10 bis 30 Gäste kommen jeweils ins Forum, rund 2.500 Personen dürften es im Verlauf der vergangenen 10 Jahre gewesen sein.
„Die Besucher kommen nicht nur aus Haan, sondern auch aus den umliegenden Städten“, weiß Intveen und betonte, dass neben den Reparateuren mittlerweile etwa 10 Frauen und Männer sich um Catering, Empfang und Organisation kümmern. 14.900 Euro sind auf diesem Wege insgesamt zusammen gekommen. Geld, das an gemeinnützige und karitative Organisationen in Haan weitergegeben wurde.
Neben den regelmäßigen Terminen im Forum geht die Knösterstube auch „auf Tour“, nimmt an Stadtfesten teil oder kümmert sich um kaputte Gegenstände in Kitas. Und neue Ideen gibt es auch: Im Juni kommt sie in „haan.mitte“ mit einer Late-Night-Knöster-
stube in die Innenstadt. „An diesem Tag gibt es statt Kaffee und Kuchen leckere Pizza“, verspricht Intveen.