Haan auf dem Weg zur Kinderfreundlichkeit

Im Rathaus fand ein Halbzeitgespräch mit dem Verein „Kinderfreundliche Kommune“ statt.

Von Antje Götze-Römer
Haan – Vor rund fünf Jahren ist die Stadt Haan dem Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ beigetreten mit dem Ziel in Haan die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Grundlage dafür bildet die UN-Kinderrechtskonvention, deren Prinzipien zunehmend in kommunalen Strukturen, Vorhaben und Projekten integriert werden. Mitte 20024 beschloss der Rat der Stadt Haan einen Aktionsplan, in den insgesamt 13 Maßnahmen einflossen, die bis 2027 umgesetzt werden sollten. Schwerpunkte wurden gesetzt, die da lauteten: „Vorrang des Kindeswohls“, „Kinderfreundliche Rahmenbedingungen“, „Partizipation von Kindern und Jugendlichen“ und „Recht auf Information und Monitoring“. Das Programm ist auf drei Jahre befristet.
Am Donnerstag, 29. Januar, fand ein Halbzeitgespräch zwischen dem Verein „Kinderfreundliche Kommunen“ statt, an dem neben Vertretern der Verwaltung und Politik, des Kinder- und des Jugendparlaments auch Dominik Bär, Geschäftsführer des Vereins, und Johanna Krause, Referentin zur Kommunenbegleitung Kinderfreundliche Kommunen teilnahmen.
Ziel des Gesprächs war es den bisherigen Umsetzungsstand zu reflektieren und Perspektiven für die zweite Hälfte des Aktionszeitraums zu entwickeln.
Gleichzeitig wurde über Herausforderungen gesprochen. Insbesondere die nachhaltige Verankerung von Kinderrechten als Querschnittsthema sowie die kontinuierliche Beteiligung junger Menschen bleiben zentrale Aufgaben.
Bereits umgesetzte Ziele wurden vorgestellt und das Kinder- und das Jugendparlament stellten ihre Arbeit vor und berichteten vom Kinder- und Jugend-Aktivtag.
48 Kinder nahmen daran teil und konnten an vier Stationen ihre Meinung und ihr Erleben der Haaner Infrastruktur kundtun: „Was fehlt in Haan?“ oder „Was würde man als Bürgermeister oder Bürgermeisterin ändern?“ wurde beispielsweise gefragt, aber auch über Ernährungsfrage aufgeklärt.
In einer Holzwerkstatt konnten die Teilnehmer plastisch darstellen, wie ein perfekte Spielplatz oder der perfekte Lieblingsplatz in Haan aussehen könnte. Ein Quiz mit Fragen aus den Kategorien „Unsere Stadt“, „Demokratie“ und „Kinderrechte“ rundete das Programm ab.
Kinderparlamentskoordinatorin Sarah Wendel erklärte, dass der Aktionstag der Auftakt der Aktivitäten des neu gewählten Kinderparlaments gewesen sei und dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer dabei waren, die nicht aus dem Umfeld des Kinderparlamentes kommen. Dennoch sieht sie hier noch Entwicklungspotenzial. Die Frage „Wie erreichen wir noch mehr Kinder und Jugendliche“ sei eine Frage von hohem Stellenwert beim Jugendamt.
Anders sieht es schon beim Kinderrechtekoffer aus, ebenfalls eine Maßnahme innerhalb des Aktionsplans. Der wurde zwar angeschafft und wir laufend weiter bestückt, um von Schulen und Kindertagesstätten ausgeliehen zu werden, allein die Resonanz ist ernüchternd. „In den vergangenen Wochen hat es keine einzige Ausleihe gegeben“, bedauerte Leandra Fuchs, Koordinatorin des Projekts Kinderfreundliche Kommune bei der Stadt Haan.
Niclas Thomée vom Jugendparlament berichtete von den Wahlen und den Aktivitäten des Gremiums. „Unsere Themen sind nicht mehr so projektiert wie beispielsweise im Kinderparlament“, erklärte Jugendreferent Peter Burek. Zwar gebe es konkrete Projekte wie die Skateanlage, meist aber würden Anträge in den Fachausschüssen zu jugendspezifischen Fragen eingebracht oder kommunalpolitische Impulse gesetzt.
Stephanie Dellit, Leiterin des Jugendamtes, berichtete über weitere Projekte und den Stand der Maßnahmen, die in einem ausführlichen Zwischenbericht festgehalten wurden und auf der Homepage der Stadt Haan (www.haan.de/kinderfreundliche-kommune) einsehbar ist.
„Das Halbzeitgespräch macht deutlich: Das Programm ‘Kinderfreundliche Kommunen’ ermöglicht der Stadt Haan eine umfassende und nachhaltige Auseinandersetzung mit den Kinderrechten und deren Umsetzung in zentralen Handlungsfeldern“, heißt es in einer Rückschau auf das Halbzeitgespräch seitens der Verwaltung.
Das Programm sei nicht als einmalige Auszeichnung zu verstehen, sondern als verbindlicher Entwicklungsprozess, der bestehende Stärken sichtbar mache und zugleich weitere Potenziale eröffne: „Auf dieser Grundlage möchte die Stadt Haan mit gestärktem Engagement eine zweite Siegelphase anschließen und die Umsetzung des Aktionsplans konsequent fortführen“.
Ziel bleibe es, Kinderrechte auch künftig als festen Schwerpunkt des kommunalen Handelns zu verankern: „Indem wir sie achten und stärken, legen wir den Grundstein dafür, dass Kinder zu selbstbewussten, kreativen, verantwortungsbewussten sowie mitfühlenden Erwachsenen heranwachsen, die unsere Gesellschaft tragen und weiterentwickeln“.
Bürgermeister Vincent Endereß freut sich, dieses wichtige und zukunftsweisende Projekt weiter voranzubringen: „Ich bin sehr froh über den deutlichen Schulterschluss zwischen Rat, Verwaltung und Stadtgesellschaft, um unsere Stadt für Kinder und Jugendliche noch lebenswerter zu gestalten. Denn davon profitieren letztlich alle. Mein besonderer Dank gilt dem Jugendamt der Stadt Haan, das innerhalb und außerhalb der Verwaltung alle Beteiligten für Kinderrechte sensibilisiert. Ich bin sicher, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird – nachhaltig und dauerhaft im Sinne unserer nachfolgenden Generationen.“