Einbrecher verursachen erheblichen Schaden in der Haaner Gesamtschule
Unbekannte Täter drangen in das Gebäude ein und zerstörten Einrichtungen, Fenster und Sanitäranlagen.
Von Antje Götze-Römer
Haan – Die Fassungslosigkeit angesichts des angerichteten Schadens in der Gesamtschule Haan war Schulleiter Christian Hoffmann, seinem Stellvertreter Daniel Bisdorf, Oberstufenberaterin Judith Hefter und auch Bürgermeister Vincent Endereß auch gut 24 Stunden nachdem der Einbruch in das Gebäude gemeldet worden war immer noch anzusehen.
Dies obwohl zig Firmen am Dienstag, 30. Dezember, bis 11 Uhr bereits ganze Arbeit geleistet hatten und vor allem das Wasser, das aus abgeschlagenen Sanitäranlagen gelaufen war und ganze Stockwerke überspült hatte, aufgenommen hatten. Der Gesamtschaden ist dennoch enorm.
Am Montag, 29. Dezember, gegen 10.50 Uhr hatte ein Reinigungsunternehmen einen starken Wasseraustritt im Gebäude bei der Feuerwehr gemeldet. Die stellte vor Ort schnell fest, dass mehr dahinter steckt: In verschiedenen Bereichen des Gebäudes wurden massive Schäden – eingeschlagene Fenster und Türen, abgeschlagene Urinale und Toiletten, zerborstene Spiegel – entdeckt worden, die unbekannte Täter verursacht haben mussten.
Insbesondere der Verwaltungsbereich der Schule ist in erheblichem Umfang betroffen. Die Toilettenanlagen wurden vollständig zerstört, wodurch sich Wasser auf der gesamten Etage, aber auch in die darunterliegenden Geschosse ausbreitete. Durch eine Decke drang das Wasser unter anderem in die Schulküche ein.
Mobiliar und Türen in verschiedenen Räumen waren eingeschlagen und das Schülercafé mit massiver Gewalt zerstört worden.
Die Feuerwehr musste Wassersauger einsetzen, um die Wassermengen zu beseitigen. Zwischendecken mussten eingerissen werden, weil sich diese mit Wasser vollgesogen hatten und durchhingen.
Bürgermeister Vincent Endereß hatte sich unmittelbar nach Bekanntwerden zur Gesamtschule begeben, um den Schaden persönlich in Augenschein zu nehmen.
„Der Eindruck, den wir heute vor Ort gewinnen mussten, hat uns schockiert. Diese Brutalität und der Zerstörungswahn Einzelner auf Kosten einer ganzen Schulgemeinschaft macht mich fassungslos. Nicht nur der immense materielle Schaden, sondern insbesondere auch der immaterielle Schaden, ist extrem“, sagte Endereß nach der ersten Inaugenscheinnahme.
Die Höhe der Schadenssumme sei aktuell nicht bezifferbar. Er und auch der Leiter des Gebäudemanagements Joachim Horst gehen mittlerweile aber von einem mindestens sechsstelligen Betrag aus.
Unklar war zunächst auch, ob der Schulbetrieb für alle Schülerinnen und Schüler nach den Weihnachtsferien geregelt aufgenommen werden kann. Christian Hoffmann geht jedoch davon aus und versicherte, dass alle Beteiligten alles dafür tun werden, dass die Schule pünktlich beginnen kann. Das letzte Wort dazu hat allerdings die Bezirksregierung.
Derweil hat die Polizei ihre Ermittlungen aufgenommen. Aufgrund dessen, dass alle Glasscheiben des Gebäudes erst während der Weihnachtsferien geputzt worden waren, konnten sogar Fingerabdrücke sichergestellt werden.
Am Vorabend hatte ein Sicherheitsdienst gegen 19 Uhr noch einen Kontrollgang im Gebäude gemacht – da war noch alles in Ordnung. Auch die Feuerwehr mutmaßte aufgrund der Wassermassen, die sie vorgefunden hatte, dass der Einbruch in der zweiten Hälfte der Nacht von Sonntag, 28. Dezember, auf Montag, 29. Dezember, passiert sein könnte.
Die Polizei geht vorerst aber von einem möglichen Tatzeitraum aus, der zwischen dem 24. und 29. Dezember liegen könnte. Sie fragt: Wer hat im genannten Zeitraum Verdächtiges beobachtet oder kann sonstige Angaben machen? Hinweise nimmt die Polizei in Haan unter 02129/9328-6480 entgegen.
