A 46 nach LKW-Unfall 17 Stunden lang voll gesperrt
Gefahrguttransporter war zwischen den Anschlussstellen Haan-Ost und West umgekippt und in Brand geraten.
Haan – Für einen Großeinsatz verschiedener Rettungskräfte und eine 17-stündige Vollsperrung der A 46 hat der Unfall eines Gefahrguttransporters auf der Autobahn zwischen den Anschlussstellen Haan-Ost und West gesorgt. Erst am Freitag Morgen um 7.46 Uhr konnte die Autobahnpolizei vermelden: “Die A 46 ist wieder in beiden Fahrtrichtungen frei.”
Laut den vorläufigen Unfallermittlungen der Polizei Düsseldorf war der 65-jährige Fahrer gegen 13.50 Uhr auf der rechten Fahrspur der A46 in Richtung Düsseldorf unterwegs. Aus bislang ungeklärten Gründen wechselte der Fahrer des E-Lkw auf die mittlere Fahrspur, wo in diesem Moment ein 59-Jährige mit seinem PKW Seat Leon fuhr. Der Fahrer des Seat wich nach links aus und prallte dort gegen den Abweiser aus Beton.
Der Fahrer des E-Lkw setzte sein Fahrmanöver fort und kollidierte ebenfalls mit dem linksseitigen Betonabweiser. Der Gefahrguttransporter kippte daraufhin um und lag quer auf der Fahrbahn. Alle drei Fahrspuren der Fahrtrichtung Düsseldorf wurden durch den Gefahrgut-Sattelzug blockiert.
Der 65-jährige Lkw- und der 59-jährige Pkw-Fahrer konnten ihre Fahrzeuge selbstständig und leicht verletzt verlassen.
Die elektrisch angetriebene Zugmaschine geriet dabei im Bereich der Hochvoltbatterie in Brand. Wie Mirko Braunheim als Sprecher der Haaner Feuerwehr berichtet, wurden zunächst die Akkus gekühlt. Das in Fässern gelagerte Gefahrgut befand sich unbeschädigt im Sattelauflieger. Es war leicht brennbar und gesundheitsgefährdend. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Brandrauch in den Bereich Mahnert zieht, wurde die Bevölkerung dieses Bereichs unter anderem per Warn-App aufgerufen, sich in geschlossene Räume zu begeben. Das Gebiet sollte gemieden werden.
Die Feuerwehr Haan war mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Weitere Kräfte aus dem Kreisgebiet waren im Rahmen überörtlicher Hilfe vor Ort: Die Feuerwehren Erkrath, Hilden, Langenfeld, Mettmann und Monheim stellten einen Wasserförderzug, um die Löschwasserversorgung auf der Autobahn sicherzustellen. Parallel dazu fuhren Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr Löschwasser an die Einsatzstelle. Das Cobra-Löschsystem der Feuerwehr Ratingen war vor Ort, um die Akkus mit Hochdruck zu löschen. Das Technische Hilfswerk (THW) war für die Ausleuchtung und Logistik an der Einsatzstelle im Einsatz, eine Einheit des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kümmerte sich um die Versorgung der bis zu 17 Stunden in der Vollsperrung stehenden Fahrzeuginsassen. Ein Fachberater des Chemparks Leverkusen war im Rahmen des Transport-Unfall-Informations-Systems TUIS eingesetzt.
Stundenlange Staus gab es aber nicht nur vor den Sperrungen auf der A 46, auch die Ausweichstrecken auf den anderen Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen insbesondere im Haaner Stadtgebiet waren völlig überlastet. ff
