Sprachkompetenz der Schulneulinge im
Haaner Stadtgebiet liegt über Kreisniveau

Monitoring bei Eingangsuntersuchungen zeigt Unterschiede zwischen den Stadtteilen auf.

Von Knut Reiffert

Kreis Mettmann – In der vergangenen Woche hat der Kreis Mettmann die mit Spannung erwarteten Ergebnisse des dritten Gesundheitsmonitorings zu den Schuleingangsuntersuchungen veröffentlicht. Es betrifft die I-Dötzchen der Jahre 2022 bis 2024. Festgestellt wurden vom Kreisgesundheitsamt die Sprachqualität und die motorischen Basiskompetenzen von Vorschulkindern in allen Kommunen des Kreises Mettmann.
Im Untersuchungszeitraum verfügten im Kreis Mettmann knapp 69,9 Prozent der Schulneulinge über eine altersgerechte Sprachkompetenz. Abgefragt wurden unter anderem Pluralbildung und das Erkennen von Präpositionen. Besser ist der Vergleichswert für die ganze Stadt Haan. Der liegt bei 78,8 Prozent und ist sogar mit Abstand der höchste unter allen zehn Kommunen. Gefolgt von Langenfeld und Mettmann (beide 73,9 Prozent) sowie Hilden (72 Prozent) und Wülfrath (70,6 Prozent). Deutlich schlechter schneiden Ratingen (68,1 Prozent), Velbert (67,9 Prozent), Monheim (66,9 Prozent), Erkrath (66 Prozent) und Heiligenhaus (64,2 Prozent) ab.
Unterschiede werden auch beim Blick auf die einzelnen Haaner Stadtbezirke sichtbar. Den größten Anteil an Kindern mit altersgerechter Sprachkompetenz findet man in Gruiten (86,2 Prozent). Es folgen Haan-Mitte (84,4 Prozent), Unterhaan (79,4 Prozent) und Oberhaan (67,9 Prozent).
Im Umkehrschluss heißt das: In Haan-Ost konnte fast jedes dritte Kind (32,1 Prozent) nicht ausreichend Deutsch. In Gruiten (13,8 Prozent) trifft das nur auf ungefähr jeden achten Schulanfänger zu. Dazwischen finden sich die Stadtmitte (15,6 Prozent) und der Haaner Westen (20.6 Prozent) wieder. Der Vergleichswert für den Kreis Mettmann liegt auf dem Niveau von Haan-Ost – bei 30,1 Prozent.
Ohne Deutschkenntnisse wird es im Unterricht schwierig
Besondere Berücksichtigung findet in der kreisweiten Untersuchung die Sprachkompetenz von Kindern, deren Erstsprache eine andere als Deutsch ist. Grund: Kinder, die Deutsch gar nicht, radebrechend oder mit erheblichen Fehlern sprechen, haben in der Regel Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen. Kreisweit konnten im Erhebungszeitraum 29 Prozent von ihnen nicht oder nur radebrechend Deutsch sprechen. In ganz Haaner trifft das sogar auf 37,1 Prozent zu. Den niedrigsten Wert im innerstädtischen Vergleich hat Oberhaan mit 25,5 Prozent vor der Stadtmitte (42,1 Prozent) und Unterhaan (40,7 Prozent). In Gruiten konnte fast die Hälfte (47,8 Prozent) der Kinder, die eine andere Erstsprache haben, nicht oder nur radebrechend Deutsch sprechen.
Zur Schuleingangsuntersuchung gehört auch, dass die Kinder gewogen und gemessen werden, um das Körpergewicht nach dem Body Mass Index (BMI) zu berechnen. Ergebnis: Kreisweit waren 81,4 Prozent der 2022 bis 2024 untersuchten Vorschulkinder normalgewichtig. Das deckt sich ungefähr mit den Werten für ganz Haan (81,2 Prozent), Unterhaan (78,1 Prozent), Oberhaan (80,5 Prozent), Gruiten (84,1 Prozent) und Mitte (85,5 Prozent). Auffällig ist nur die vergleichsweise hohe Zahl an untergewichtigen oder sogar stark untergewichtigen Kindern in Haan-Ost. Die liegt bei 13,4 Prozent. Das ist deutlich über dem Wert für das Haaner Stadtgebiet (10,3 Prozent) und dem für den Kreis Mettmann (8,9 Prozent).
Dreiviertel der Schulanfänger können Fahrrad fahren
Per Fragebogen wurden die Eltern der I-Dötzchen der Jahrgänge 2020 bis 2024 außerdem gefragt, ob ihr Kind schon ohne Stützräder Fahrrad fahren kann. Das haben im gesamten Kreis Mettmann 72,6 Prozent der Erziehungsberechtigten mit Ja beantwortet. Von allen Haaner Eltern gab es sogar 74,3 Prozent Zustimmung. Besonders früh radeln viele Kinder in der Stadtmitte (78,8 Prozent) und in Gruiten (77 Prozent). Etwas weniger sind es in Unter- (74,3 Prozent) und Oberhaan (69,3 Prozent).
Fast 60 Prozent der Haaner 
I-Dötzchen treiben Sport
Ebenfalls per Fragebogen hat der Kreis ermittelt, wie viele Kinder bei Schuleintritt im Verein oder in einer sich regelmäßig treffenden Gruppe Sport treiben. Das trifft für das Kreisgebiet auf 57,6 Prozent zu. Ein Wert, der von der Stadt Haan mit 59,1 Prozent noch getoppt wird. Wenig überraschend in Anbetracht der intensiven Jugendarbeit in den Vereinen. Spitzenreiter im stadtinternen Vergleich ist die Stadtmitte mit 65 Prozent vor Unterhaan (61,8 Prozent), Gruiten (59,1 Prozent) und Oberhaan (51,1 Prozent).
Nicht mal jeder dritte 
Schulneuling kann schwimmen
Mit den Erkenntnissen der DLRG decken sich die Ergebnisse zur Schwimmfähigkeit der angehenden Grundschüler. Von ihnen konnten in Haan zum Zeitpunkt der Schuluntersuchungen von 2022 bis 2024 gerade mal 27,9 Prozent ohne Schwimmhilfe schwimmen. Und das sind noch mehr als im Kreisdurchschnitt (24,8 Prozent). Dem Standort des Schwimm- und Sportbads dürfte es geschuldet sein, dass in der Stadtmitte (32,9 Prozent) vergleichsweise mehr Kinder beim Schuleintritt schwimmen können als in Gruiten (29,4 Prozent) oder im Westen 27,6 Prozent und Osten (23,4 Prozent).

Kommentar: Ohne Sprache ist alles nichts