Ensemble „saitenholz“ begeistert mit festlichem Adventskonzert
Festliches und zugleich lebendig-beschwingtes Weihnachtskonzert in Haaner Kirche.
Von Susanne Schaper
Haan – In der evangelische Kirche waren am vergangenen Sonntag alle Zuschauerplätze belegt, als das Solinger Laienmusikensemble „saitenholz“ unter der Leitung von Tom Daun sein diesjähriges Weihnachtskonzert gab.
Das rund 40-köpfige Ensemble, das vor drei Jahrzehnten an der Musikschule Solingen gegründet wurde, hat sich längst einen Namen gemacht: nicht als perfekt geschliffenes Profi-Orchester, sondern als bunt gemischte Gruppe musikbegeisterter Laien, in der sich erfahrene und weniger erfahrene Musikerinnen und Musiker mit sichtbarer Freude zusammentun.
Die Besetzung reicht von klassischen Streichinstrumenten wie Violine, Viola, Cello und Kontrabass über Flöten, Harfen und Gitarren bis hin zu Percussion – und sogar einem Dudelsack. Diese Vielfalt prägte das gesamte Konzert und machte dessen besonderen Reiz aus.
„Aus einem kleinen Ensemble ist in den Jahren ein großes Orchester geworden“, erklärte Tom Daun zu Beginn. Und wer in die Reihen der Musiker blickte, konnte diese Entwicklung gut nachvollziehen.
Seit rund zehn Jahren leitet Daun das Ensemble. Vielen Haanerinnen und Haanern ist er noch aus früheren Jahren bekannt, als er in der Adventszeit als Harfenist in der Freien Waldorfschule in Gruiten auftrat.
Eröffnet wurde das Konzert mit einer besonderen räumlichen Wirkung: Ein kleines Bläserensemble positionierte sich am entgegengesetzten Ende der Kirche, gegenüber dem Altar, und intonierte „Ich steh an Deiner Krippen hier“. Die nächste Strophe griff das restliche Orchester am Altar auf – ein musikalischer Ruf, der den Kirchenraum warm und eindrucksvoll füllte.
Das Programm führte anschließend weit über traditionelle deutsche Adventsmusik hinaus. Lieder aus Skandinavien, Frankreich, Finnland und sogar Peru standen auf dem Programm. Dazu kamen Weihnachtsmusiken aus dem 16. und 17. Jahrhundert sowie Stücke von Johann Sebastian Bach.
Ein besonders berührender Moment war ein finnisches Weihnachtslied, das die Geschichte einer Mönchsgrasmücke erzählt, die den Heiligen Abend in Sizilien verbringt, fern ihrer Heimat und voller Heimweh. Sänger Max präsentierte zudem ein altfranzösisches Weihnachtslied in der historischen Sprache, was für zusätzliche Atmosphäre sorgte.
Dass Weihnachtsmusik nicht nur besinnlich, sondern auch temperamentvoll sein kann, zeigte das Ensemble mit drei peruanischen Tanzliedern. Rhythmisch, fröhlich und sommerlich: Schließlich ist in Peru am Heiligen Abend Sommer, wie Tom Daun humorvoll erklärte. Diese Stücke brachten Bewegung in die Reihen und sorgten sichtbar für gute Laune.
Auch das Publikum durfte an zwei Stellen aktiv werden: Bei „Es ist ein Ros’ entsprungen“ und „Oh Du fröhliche“ waren die Zuhörenden zum Mitsingen eingeladen. Eine Aufforderung, die in diesem Konzert besonders gut ankam und den Gemeinschaftscharakter des Nachmittags unterstrich.
Das Ensemble „saitenholz“ spielte insgesamt auf erfreulich hohem Niveau. Kleinere Verspieler gingen im Gesamteindruck unter und wurden vom Publikum wohlwollend überhört. Entscheidend war die spürbare Begeisterung, die alle Beteiligten einbrachten und die sich unmittelbar auf die Zuhörenden übertrug. Die regelmäßigen Proben im Zwei- bis Drei-Wochen-Rhythmus zahlen sich hörbar aus, ebenso wie die sommerlichen Open-Air-Auftritte des Ensembles in Solingen.
Nach lang anhaltendem Applaus erklangen als Zugaben „White Christmas“ und „Jingle Bells“. Der Eintritt war frei, Spenden wurden für den Verein „Solingen hilft e.V.“ gesammelt, der die Gelder für medizinische Hilfsgüter für die Ukraine verwendet.
So verband das Konzert musikalischen Genuss mit einem Zeichen der Solidarität, ganz im Sinne des Weihnachtsgedankens.
