Demenznetz lädt zum Infotag ein
Am 21. September finden Interessierte zahlreiche Infos und Angebote im AWO-Treff.
Von Antje Götze-Römer
Haan – Am 21. September, ist Weltalzheimer-Tag. Weltweit sind etwa 55 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050 wird die Zahl voraussichtlich auf 139 Millionen steigen, besonders dramatisch in China, Indien, Südamerika und den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.
Der Welt-Alzheimertag wurde 1994 von Alzheimer’s Disease International gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Seitdem finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen.
Eine der Aktivitäten finden Interessierte an diesem Tag mitten in der Gartenstadt, denn das Demenznetz Haan lädt am Sonntag, 21. September von 14 bis 18 Uhr in den AWO-Treff an der Breidenhofer Straße 7 zum Demenz-Infotag ein.
„Demenz ist ein Thema, das uns immer stärker beschäftigen wird. Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland augenblicklich rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, jährlich kommen durchschnittlich 40.000 hinzu“, beschreibt Jutta Barz, die im Demenznetz die Fäden in der Hand hält, die Situation. Im Kreis Mettmann leben aktuell circa 7.400 Menschen mit dementiellen Veränderungen. Bis zum Jahr 2040 wird diese Zahl voraussichtlich auf 15.000 ansteigen. In Haan sind rund 430 Menschen als Erkrankte betroffen – Angehörige und Pflegende trifft und betrifft eine solche Diagnose jedoch meist ähnlich hart.
Schirmherrin der Veranstaltung ist erneut Bürgermeisterin Dr. Bettina Warnecke. In den Räumen des AWO-Treffs dürfen sich die Besucher auf spannende Vorträge freuen. Um 14.15 Uhr trägt Dorothee Döring, Dozentin und Referentin in der Kommunikations- und Konfliktberatung, über die schwierige Rollenumkehr vor, wenn sich erwachsene Kinder plötzlich oder schleichend um ihre Eltern kümmern müssen.
Um 15.15 Uhr stellt das Evangelische Krankenhaus Mettmann in Person von Dr. Rahime Gök-Manay stationäre und nachstationäre Versorgungsmöglichkeiten von Demenzpatienten vor, bevor um 16.30 Uhr Altenpflegerin und Dozentin Ursula Berns Tipps zur Pflegebegutachtung gibt.
Die Vorträge werden flankiert vom „Markt der Möglichkeiten“, bei dem sich die Besucher über diverse Angebote informieren können.
Beispielsweise über die ehrenamtlichen Pflege-Scouts, die sich an diesem Tag vorstellen und ihr Spektrum präsentieren: Sie unterstützen bei der Beantragung des Pflegegrades und dürfen auch anwesend sein, wenn der medizinische Dienst sich vor Ort ein Bild über die Pflegesituation macht.
Ein Pflegedienst informiert über Pflege, Betreuung und Unterstützung im Haushalt, die Johanniter klären über den Hausnotruf auf. „Der Hausnotruf ist so eine sinnvolle Sache. Leider nehmen ihn derzeit noch viel zu wenige Menschen in Anspruch. Dabei kann er Leben retten“, wirbt Jutta Barz nicht nur für den Hausnotruf, sondern ruft auch dazu auf sich am 21. September quasi „zum Anfassen“ über diese Möglichkeit schlau zu machen. Ein weiterer Pflegedienst, der eine 24-Stunden-Betreuung anbietet, klärt auf, was diese Angebot tatsächlich bedeutet, die Christliche Hospiz- und Trauerbegleitung Haan steht für Gespräche bereit.
„Jeder Mensch soll so lange wie möglich dort bleiben können, wo er sich am wohlsten fühlt: im eigenen Zuhause. Unabhängig davon, wie viel Unterstützung und Pflege benötigt wird“ – das ist der Leitspruch des Seniorenbetreuungsdienstes Home Instead. Beim Demenz-Infotag im AWO-Treff informieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Alltagsbegleitung und ihr grundpflegerisches Angebot.
„Das ist ein bunter Anbieterkorb“, freut sich Jutta Barz über die große Beteiligung von Ehren- und Hauptamtlichen, die mit dem Themenbereich Demenz und Alzheimer befasst sind. Nun hofft sie auf zahlreiche Besucher, die sich in den Vortragspausen auch gerne mit Kaffee und frischen Waffeln stärken können. Beim letzten Demenz-Infotag im September 2023 in der Aula des damaligen Haaner Krankenhauses waren rund 80 Besucher gekommen. Auf einen ähnlich hohen Zuspruch hoffen die Veranstalter nun auch.
