AWO befragt die Haaner Kandidaten

Zur Kommunalwahl hat die AWO Wahlprüfsteine an die acht Parteien in Haan geschickt.

Von Antje Götze-Römer
Haan – In Haan bewerben sich mit Vincent Endereß (CDU), Simone Kunkel-Grätz (SPD), Meike Lukat (WLH), Nicola Günther (GAL) und Mikail Kafa (Die Linke) fünf Kandidaten und Kandidatinnen um das Amt des Bürgermeisters.
Die genannten Parteien haben auch Kandidaten für den Rat der Stadt Haan nominiert, darüber hinaus stellen die FDP, die Bürger Union (Bürger für Haan) und die Alternative für Deutschland (AfD) Kandidaten für den Stadtrat.

An alle hat die AWO-Haan Wahlprüfsteine zu den Themen „Soziale Gerechtigkeit“, „Kinder, Jugend, Familie“, „Pflege, Gesundheit, Senioren“, „Integration, Vielfalt, Migration“ sowie „Ehrenamt und Engagement“ versendet. Zu jedem Themengebiet hatte sie zwei bis fünf Fragen formuliert, die die Angeschriebenen beantworten sollten.
Während die Bürger Union gar nicht auf die Anfrage reagiert hat, verkündete die AfD, dass sie die Fragen nicht beantworten wolle.
Alle anderen haben sich mehr oder weniger umfangreich zu den Themen geäußert – meist der jeweilige Bürgermeisterkandidat.
Im Themenbereich „Pflege, Gesundheit, Senioren“ ging es unter anderem um die kommunale Pflegeinfrastruktur. Wie wollen die Parteien oder Fraktionen den Ausbau, insbesondere die Schaffung von Quartiersprojekten zur besseren medizinisch-pflegerischen Versorgung älterer Menschen fördern?
Die CDU setzt sich für die Schaffung von Tagespflegeplätzen und Kurzzeitpflegeplätzen ein und verweist zudem auf die städtischen Bauleitplanungen. Die SPD möchte die Pflegekapazitäten in Haan ausbauen und den Bau eines weiteren Pflegeheims fördern. Die WLH setzt in dieser wie auch in allen weiteren Fragen der AWO auf einen „Arbeitskreis Soziale Stadt Haan“, der mit Fachleuten aus der Pflege, den medizinischen und betreuenden Berufsgruppen, Verbänden und engagierten Ehrenamtlern besetzt ist.
Die GAL betont die Wichtigkeit von Quartiersarbeit und unterstützt diese, während die FDP im zunehmenden Pflegebedarf eine „kaum lösbaren Aufgabe“ sieht, für die es keine Patentrezepte seitens der FDP gebe. Die Linke möchte Pflegeeinrichtungen in die kommunale Hand überführen und diese kostengünstig zur Verfügung stellen.
Die nächste Frage der AWO im genannten Themenbereich befasste sich mit der Entlastung von pflegenden Angehörigen. Welche Maßnahmen planen die Kandidaten?
Die CDU möchte einen Pflege-Stammtisch für pflegende Angehörige etablieren mit dem Ziel des allgemeinen Austauschs, der Informationsvermittlung oder der psychosozialen Unterstützung.
Die SPD will die quartiersnahe Unterstützung – beispielsweise Nachbarschaftshilfen oder Anlaufstellen – ausbauen. Die GAL meint, dass pflegende Angehörige darüber informiert werden müssten, welche Hilfsangebote es gibt und wie man an diese herankommt.
Die Linke vertritt den Standpunkt, dass pflegende Angehörige umfassend von der Stadt unterstützt werden müssen und daher ambulante, mobile Pfleger zum Einsatz kommen müssen, die unter kommunaler Trägerschaft stehen. Pflegende Familienangehörige müssten finanzielle und seelische Unterstützung erhalten.
Im nächsten Abschnitt fragte die AWO nach Konzepten für eine bedarfsgerechte Sorgestruktur. Die CDU will diese Herausforderung in Form einer engen Zusammenarbeit mit dem Kreis meistern. Die SPD will eine altersgerechte Infrastruktur durch Barrierefreiheit, flexible Wohngemeinschaften, Servicewohnen und Mobilitätsdienste stärken, mehr Plätze in Pflegeheimen schaffen und altersgerechtes, quartiersnahes Wohnen fördern. Die GAL meint, man nur daran arbeiten den Ausbau des Dienstleistungssektors in diesem Bereich gut zu beobachten und den nötigen Ausbau zu unterstützen. Die Linke meint, dass Pflege und Gesundheit eine Pflichtaufgabe der Kommunen sein müsse.
In den letzten beiden Fragen der AWO ging es um Mobilität und altersgerechtes Wohnen. Auch hier fanden sich zahlreiche interessante Antworten der Befragten.
Den kompletten Fragebogen samt der gegebenen Antworten können Interessierte am kommenden Samstag, 23. August, ab 10 Uhr beim Infostand der AWO auf dem Neuen Markt einsehen und mit den Mitarbeitenden diskutieren.