Häuser erstrahlen in neuem Glanz

Neue Besitzer haben in die Fassade der im Jahr 1919 errichteten Gebäude 
investiert.

Haan – Seit über 100 Jahren stehen die Gebäude in der sogenannten Rathauskurve, wo die Walder Straße auf die Kaiserstraße stößt. Ältere Haaner erinnern sich vielleicht, dass in diesen Häusern das Haaner Lichtspielhaus untergebracht war.
Zuletzt in die Schlagzeilen geraten ist es 2023, als Teile eines Traufkastens abzustürzen drohten und Feuerwehr und THW Schutzgerüste aufstellen mussten- und das ausgerechnet kurz vor der Haaner Kirmes.
Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gebäude Kaiserstraße 56 und 58 bereits den Besitzer gewechselt, drei von vier Wohnungen waren nicht vermietet, zudem beherbergen die Gebäude ein Restaurant.
Und eigentlich hätte die Fassade bereits saniert sein sollen. Denn schon 2018 hatten Adrian Jesinghaus und zwei weitere Personen die Gebäude erworben und einen nicht unerheblichen Sanierungsbedarf festgestellt: nicht nur die Fassade musste erneuert werden, auch hatten Teile des Treppenhauses eine viel zu geringe Durchgangshöhe, Dämmungen waren notwendig.
Die neuen Besitzer bewarben sich damals für das Fassadenprogramm der Stadt Haan, in dem Zuwendungen für die Neugestaltung von Fassaden in der Haaner Innenstadt gewährt wurden. Bis zu 30 Euro pro Quadratmeter und maximal 50 Prozent der Kosten konnten gefördert werden. 2023 ist das Programm ausgelaufen.

„Die Bearbeitung der eingereichten Unterlagen hat damals sehr lange gedauert“, erinnert sich Jesinghaus, jedenfalls zu lange, um den drohenden Absturz des Traufkastens verhindern zu können. Der, so sollte sich herausstellen, wurde durch ein Starkregenereignis noch begünstigt.
Noch während die Besitzer auf die Gewährung von Fördergeldern warteten, überkam die Pandemie die ganze Welt und brachte auch Haan zum Stillstand.
Zu diesem Zeitpunkt hatten Jesinghaus und die Mitinvestoren aber immerhin von der Haaner Gestaltungsfibel und dem hiesigen Gestaltungsbeirat erfahren und sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung gesetzt, um sich über die Richtlinien zu erkundigen.
Gemeinsam mit einem Malerbetrieb wurde ein Entwurf erstellt und eingereicht. Und auch genehmigt, so dass mit den Außenarbeiten begonnen werden konnte. Seit Mai 2024 sind alle vier Wohnungen vermietet und 2025 war das Gebäude fertiggestellt.
Einen sechsstelligen Betrag haben Adrian Jesinghaus und die beiden anderen Besitzer investiert, um die Häuser nun in neuem Glanz – außen und innen – erstrahlen zu lassen. Der Restaurantbetrieb sei nicht beeinträchtigt gewesen, versichern die Eigentümer.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Durch die hellen Farbtöne fällt die schöne Fassade nun wieder auf in der Rathauskurve und trägt zum Erscheinungsbild Haans bei.