Ehrenamt verdient Respekt

Die Ehrenamtskarte NRW ist eine Anerkennung für ehrenamtliches Engagement in Nordrhein-Westfalen. Sie wird an Personen vergeben, die sich überdurchschnittlich für das Gemeinwohl einsetzen und bietet Vergünstigungen bei verschiedenen Akzeptanzstellen.
Nun kann man natürlich über die Attraktivität dieser Karte streiten: In Düsseldorf beispielsweise erhalten Inhaber einer Ehrenamtskarte eine Gebührenbefreiung bei der Ausstellung eines Führungszeugnisses. Interessant!
In Haan locken Nachlässe auf Fahrzeuginspektionen, Rabatte in Apotheken, ein Nachlass auf den Jahresbeitrag für die Emil-Barth-Stadtbücherei oder 10 Prozent Rabatt auf die Übernachtung in einem ortsansässigen Hotel.
Wir wissen nicht, ob diese Angebote in Anspruch genommen werden oder nicht. Wir glauben auch nicht, dass der ehrenamtlich Tätige sich engagiert, weil es diese Karte gibt. In Haan – so glauben wir fest – sind die Ehrenamtler Überzeugungstäter.
Um so mehr schmerzt es, wenn die so engagierten Menschen, die beispielsweise einen Karnevalsumzug mitgestalten, sich für Senioren einsetzen oder für Kinder, einfach nicht den Respekt erhalten, den sie verdienen.
Und so mussten wir erfahren, dass sich ausgerechnet am „Tag des Ehrenamts“ beim Haaner Sommer etwas ereignete, das an mangelnder Wertschätzung kaum zu unterbieten ist.
Der Vorsitzende des veranstaltenden Vereins berichtet, dass Ausstattungsgegenstände einfach weggetragen werden oder umgekehrt verlangt wird, dass „gefälligst Tische und Stühle“ zu beschaffen seien.
Trauriger Höhepunkt war ein Besucher, der vor den Augen eines Mitarbeiters des Haaner Sommers eine Bierflasche fallengelassen hat mit den Worten: „Mach das mal weg, du arbeitest doch hier“.
Da wünscht man sich fast, dass der eine oder andere Gast einfach weg bleibt, oder wenn er wiederkommt, mal sein polizeiliches Führungszeugnis vorzeigt – sicher ohne Rabattierung vom Amt.