Kleiderkammer hat neue Geschäftsführerin
Am 1. Juli hat Heike Müller die Leitung der Kleiderkammer an Brigitte Kuboth übergeben.
Von Antje Götze-Römer
Haan – „Das Kleiderkammer-Virus hat mich gepackt“, antwortet Brigitte Kuboth schmunzelnd auf die Frage, warum sie die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen habe.
Seit 1. Juli ist sie Geschäftsführerin der Kleiderkammer Haan an der Friedrich-Ebert-Straße. Ihre Vorgängerin Heike Müller ist den damit verbundenen Verpflichtungen fast acht Jahre nachgekommen.
Einen Geschäftsführer braucht die Kleiderkammer, weil sie seit 1. Januar 2018 eine gemeinnützige GmbH ist. Neun Privatpersonen und die Bürgerstiftung für Haan und Gruiten sind als Gesellschafter eingetragen. Zunächst hatte die Kleiderkammer ohne Rechtsform gearbeitet, war Teil des SKFM und hatte ihren Sitz an der Steinkulle. Dann musste sich die Kleiderkammer vom SKFM lösen. Zudem standen die Räume in Unterhaan in einem ehemaligen Bürogebäude mit angeschlossenem Lager nicht mehr zur Verfügung. „Auch eine dauerhafte Schließung der Kleiderkammer stand damals zu Debatte“, erinnert sich Müller.
Das war zum Glück nicht notwendig: In der Folge der Ereignisse und einhergehend mit dem Umzug zur Friedrich-Ebert-Straße erfolgte 2018 die Gründung der gGmbH und damit die Notwendigkeit einer Geschäftsführung.
Beste Voraussetzungen
für das Ehrenamt
„Ich war schon vorher ehrenamtlich für die Kleiderkammer tätig. Meine buchhalterischen Kenntnisse als gelernte Bankkauffrau führten wohl dazu, dass die Gesellschafter mich ausgewählt haben“, meint Heike Müller.
Die Kenntnisse aus der Finanz- und Bankwelt teilt sie mit ihrer Nachfolgerin: Auch Brigitte Kuboth ist gelernte Bankkauffrau und hat zudem 13 Jahre einen Hundezuchtverein bei der Leitung unterstützt. Perfekte Voraussetzungen für die Verantwortlichen bei der Kleiderkammer, die mit dem Entschluss von Heike Müller, sich zurückzuziehen, damit begannen auf „Akquirierungstour“ zu gehen und irgendwann sinnbildlich vor der Tür der Gruitenerin Brigitte Kuboth standen.
Die war nicht abgeneigt, wollte sich aber erstmal über ihre zukünftige „Branche“ informieren. Im August 2024 fing sie an sich ehrenamtlich für die Kleiderkammer zu engagieren. „Ich wollte mir ein Bild von dem Metier machen“, erklärt sie, und gibt im gleichen Satz zu, dass sie „das Virus“ sofort gepackt habe.
Schnell stand der Entschluss fest, das Angebot der Kleiderkammer anzunehmen und zukünftig als Geschäftsführerin für die gGmbH tätig zu sein. Seit Januar wurde Kuboth von ihrer Vorgängerin Müller in ihre Aufgaben eingearbeitet. Die Anforderungen, die hier an sie gestellt wurden, entsprachen genau ihren Vorstellungen. „Es passte einfach, der Rest kommt automatisch“ war ihre Devise. „Ich kann mich voll und ganz mit der Kleiderkammer identifizieren“. Sie schätzt, dass die 120 ehrenamtlich Tätigen wie eine Familie seien, liebt den Kontakt zu jedem einzelnen. Und natürlich hat sie der soziale Aspekt, die Philosophie der Kleiderkammer , überzeugt. Sie verspricht: „Alles bleibt wie es ist“.
Ein Teil der Familie wird auch Heike Müller bleiben, denn obwohl sie sich in den sogenannten Ruhestand zurückzieht, wird sie sowohl weiter ehrenamtlich an der Friedrich-Ebert-Straße tätig sein als auch Gesellschafterin bleiben.
