Netzwerk stellt sich breiter auf
Am 30. Oktober zeigt „Wir sind Haan“ den 60- bis 69-Jährigen, was sich alles gemeinsam erleben lässt.
Von Knut Reiffert
Haan – 15 Jahre nach seiner Gründung stellt sich das Netzwerk „Wir sind Haan“ breiter auf. Genauer gesagt: Es möchte die Zielgruppe derjenigen fürs Mitmachen begeistern, die im letzten Abschnitt ihres Berufslebens stehen, sich gerade erst im Ruhestand befinden oder vor kurzem nach Haan gezogen sind.
Das Konzept für die Erweiterung hat eine Projektgruppe mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens erarbeitet. „Viele Köpfe, viele Ideen“, skizziert Volker Freund die Arbeit des von ihm geleiteten Teams.
Stolz ist er, für die fachliche Begleitung der Umstrukturierung Christine Sendes gewonnen zu haben. Die Diplom-Gerontologin ist Expertin für Bürgerschaftsnetzwerke und als deren Beraterin auch schon viele Jahre im Kreis Mettmann tätig.
Die Schirmherrschaft für die Erweiterung hat Bürgermeisterin Dr. Bettina Warnecke übernommen, weil sie die Arbeit von „Wir sind Haan“ überaus wertschätzt: „Dass von 32.000 Einwohnern mehr als 1000 in die verschiedenen Gruppen gehen, sagt alles über die Relevanz des Netzwerks.“ Nach ihrer Kenntnis gibt es in ganz Nordrhein-Westfalen kein vergleichbares Angebot für Senioren. Schon gar nicht auf rein ehrenamtlicher Basis.
Die neue Zielgruppe hat das Netzwerk, das ab sofort auf den Namenszusatz „Senioren“ verzichtet, bewusst ausgesucht. In den nächsten Jahren gehen die sogenannten Baby-Boomer-Jahrgänge von 1960 bis 1965 in den Ruhestand. „Gleichzeitig möchten wir uns durch den potenziellen Nachwuchs zukunftsgerecht aufstellen“, erklärt Volker Freund im Hinblick auf die Tatsache, dass viele Aktivisten der Anfangsjahre mittlerweile weit über 80 Jahre alt sind.
Für die Auftaktveranstaltung am 30. Oktober (siehe oben) haben 2400 Haanerinnen und Haaner im Alter zwischen 60 und 69 Jahren eine persönliche Einladung erhalten. „Das sind die, auf deren Adressen wir über die beiden Kirchengemeinden und den Bauverein ohne datenschutzrechtliche Bedenken zugreifen konnten“, erläutert Monika Christmann. Über den Haaner Treff möchte man aber auch alle anderen Bürgerinnen und Bürger der Zielgruppe motivieren, dabei zu sein. Wobei Altersober- und -untergrenzen nicht in Stein gemeißelt sind. „In unsere Strick- und Häkelgruppe, dem Wollgeflüster, kommen 40- bis 75-Jährige zusammen“, weiß Gabriele Gummel.
Auf die schon bestehenden 37 Interessensgruppen – von Philosophie über Radfahren bis Städtereisen – wirkt sich die Erweiterung nicht aus. „Die bleiben uns genauso wichtig“, betont Volker Freund.
Einig ist sich das Projektteam in der Erwartung, dass mit jüngeren Mitgliedern auch neue Handlungsansätze und Ideen zu neuen Gruppen und kommen. Die zu erkennen, ist Sinn und Zweck der Auftaktveranstaltung im Gymnasium. Nach einem kurzen Plenum in der Aula geht es in kleinen Gruppen in verschiedenen Klassenräumen um die zentrale Frage: „Was möchte ich mit andern in Haan auf den Weg bringen?“ Die Ergebnisse werden anschließend wieder in der Aula vorgestellt und in themenspezifischen Folgeveranstaltungen in 14-tägigem Rhythmus weiter konkretisiert.
