AGNU zeigt, wie Artenvielfalt entsteht – Haaner Treff

AGNU zeigt, wie Artenvielfalt entsteht

Am Rande des Technologieparks fand am vergangenen Samstag der Wiesentag der AGNU statt.

Haan – Margeriten, verschiedenste Gräser, bunte Blüten – all das gibt es auf den Ausgleichsflächen für den Technologiepark und die Backesheide am Rande des Technologieparks zu bestaunen. Ein jahreszeitlicher Wandel ist das ganze Jahr über zu beobachten. Aber: Die Flächen, rund 8,4 Hektar, sind streng geschützt und werden von der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt Haan (AGNU) gehegt und gepflegt.
Einmal im Jahr aber – möglichst wenn die Margeriten in voller Blüte stehen – öffnet die AGNU den Zaun und lässt Besucher auf die Fläche, um die Artenvielfalt zu bestaunen und sich auch einen kleinen Strauß Wildblumen selber zu pflücken. So geschehen am Samstag, 11. Juni bei herrlichem Sonnenschein.
„Zwischen den Pflanzen finden zahlreiche Tierarten Schutz und bauen dort ihre Nester“, erklärt Joop van de Sande, warum das Gelände ansonsten nicht betreten werden darf. Erst vor Kurzem haben die Naturschützer eine gemischte Hecke angelegt, um weiteren Arten einen Unterschlupf bieten zu können. „Wir beschneiden diese Pflanzen so, dass wir nahezu ganzjährig einen Blütenstand und damit auch einen Fruchtstand haben“, sagt van de Sande, denn so sei sicher gestellt, dass auch die verschiedenen Insekten und Vögel Nahrung finden. Zahlreiche Nager und Rehe haben ebenfalls ein neues Zuhause auf dem Areal nahe des Technologieparks gefunden.
Die Wiese selbst wird ebenfalls abschnittsweise gemäht, auch dies unterstützt die Artenvielfalt unter den Pflanzen und damit auch der Fauna. „Als die Wiese vor einigen Jahren angelegt wurde, haben wir darauf geachtet, dass wir Saatgut von höchster Qualität benutzen und natürlich auch, dass ausschließlich heimische Pflanzensamen gesät wurden, die mit dem lokalen Klima bestens zurechtkommen“, erklärt Joop van de Sande weiter. Die unterschiedlichen Sommer – mal nass, mal trocken – sorgen dafür, dass unterschiedliche Pflanzenarten sich jeweils durchsetzen. Während in trockenen Sommern viel Kornblume und Mohn zu finden sei, haben sich in diesem Jahr, in dem das Frühjahr bislang eher feucht war, die Gräser besonders gut entwickelt.
„Ich finde das super, dass sich jemand um diese Flächen kümmert und auch, dass solche Info- oder Besuchstage veranstaltet werden“, sagte eine Besucherin nach ihrem Rundgang durch die Blumenwiese. Die AGNU hatte extra eine Schneise in die Wiese gemäht, damit die Gäste sich in aller Ruhe umschauen und Blumen pflücken konnten.
Wer wollte konnte am Infostand der AGNU gleich auch ein paar Samentütchen mitnehmen, sei es für einjährige oder mehrjährige Pflanzen, die besonders von Bienen oder Schmetterlingen geschätzt werden.
Auch allerhand Fragen der Besucher wussten Joop van de Sande und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu beantworten. „Wir merken, dass den Leuten langsam bewusst wird, dass die Zeit knapp wird und es dringend notwendig ist, dass die Umwelt und die Natur geschützt werden muss“, freuten sich die AGNU-Mitglieder über die wissbegierigen Gäste an diesem Tag. agr