Sanfte Songs erobern die Pumpstation – Haaner Treff

Sanfte Songs erobern die Pumpstation

Mit Kreativität und ausdrucksstarker Stimme begeisterte Christina Lux in der Alten Pumpstation.

Haan – Manchmal passt Glück in eine ganz kleine Kiste. Es braucht lediglich – eine Gitarre, eine tolle Stimme, eine kleine Bühne und diesen besonderen Charme, der das Publikum ergreifend fesselt.
Die Sängerin, Gitarristin und Songwriterin Christina Lux hatte am Samstag, 29. April, bei ihrem Konzert in der „Alten Pumpstation“ genau das alles dabei.
Ein paar Minuten – und ihre ausdrucksstarke Altstimme hatte in ihren Bann gezogen: Man möchte bleiben, ihr zuhören, ihren Liedern, die auf sanfte Art so viel erzählen.
Mit einem Lächeln im Gesicht sang sie vom Papierflieger, wie er gleitend im Flug die Welt eroberte. Zart und leise wirkten ihre Songs, gleich dieses leichten Fliegers aus Papier.
Und auf einfühlsame Weise transportierte sie ihre Musik von der Bühne ins Publikum, wo sie zu stillen Bildern verschmolz. Anekdoten, Gefühle, Momente, Lebensweisheiten – das alles packte Lux zusammen in eine einzige Box, die sich dann im Laufe des Konzertabends, wie ein Geschenk entpackte.
Lux stand an diesem Konzertabend nicht allein auf der kleinen Bühne vor dem rund 70-köpfigen Publikum. Ihr langjähriger Freund und Weggefährte Oliver George nahm den Platz an ihrer Seite ein und begleitete sie mal am Bass, mal an der Gitarre oder auch am Schlagzeug.
„Wir beide kennen uns, seit wir 18 sind. Seit neun Jahren sind wir wieder gemeinsam auf Reisen und machen Musik zusammen“, erklärte Lux. Ihre Lieder sind größtenteils deutsch-sprachig. Sie tragen Titel wie „Mond“, „Wie tief“, „Stell dir vor“ oder „Was zählt für dich“.
Doch das war nicht immer so: Zu Beginn ihrer Solokarriere komponierte und sang die Künstlerin vorwiegend auf Englisch. Den Wechsel vom Englischen ins Deutsche beschrieb Lux als einen Prozess, der mehr oder minder durch einen Zufall entstanden sei.
Alles begann bei einer Probe, bei der sie ein Stück eher zum Spaß simultan übersetzte. Mittlerweile hat sie das zweite fast vollständig deutschsprachige Album veröffentlicht. Christina Lux’ Texte stecken voller Poesie, philosophisch begegnet sie Geschehenem und setzt es in einen rhythmischen Kontext.
Wenn sie singt, riecht es geradezu nach Leben und Kreativität, wie ein energetischer Ball, der durch den Kosmos fliegt, verstreut sie Song-Energie ins Publikum.
Bühne und Zuhörer sind Lux wichtig: ein Stück sei dann gut, wenn es beim Publikum landet.
Stilistisch bewegt sich die gebürtige Karlsruherin dabei irgendwo zwischen Jazz, Soul und einer Prise Deutsch-Pop – Letzteres dürfte noch aus der Zeit stammen, als Lux als Backgroundsängerin bei Purple Schulz und Jule Neigel erste Bühnenerfahrungen sammelte.
Heute ist sie eine Musikerin mit viel Gefühl und einer unverwechselbar ausdrucksstarken Stimme. Eine Wahlkölnerin, die das Talent besitzt, „ihren Soul auf den Zuhörer zu übertragen“.
Ein gut zweistündiger Konzertabend der Extraklasse, den die Besucher mit reichlich Beifall belohnten. syja