Sinkende Inzidenz hebt die Stimmung in der Stadt – Haaner Treff
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Sinkende Inzidenz hebt die Stimmung in der Stadt

Kommentar von Knut Reiffert

Haan – Natürlich ist die Pandemie noch lange nicht vorbei. Tag für Tag sterben auch in Deutschland noch viele Menschen an oder mit Corona. Viel zu viele. Und die Folgen im Sozialwesen werden uns noch lange begleiten. Neben isolierten Senioren, die bei einer Infektion wirklich Angst um ihr Leben haben müssen, tun mir die Kinder und Jugendlichen besonders leid. Dementsprechend finde ich lokale Initiativen wie die des Vereins „Du-Ich-Wir“ absolut unterstützenswert. Hoffentlich finden sich genügend Mentoren und Sponsoren, die dafür sorgen, dass das segensreiche Projekt langfristig Bestand haben kann. Wobei die schulischen Defizite meines Erachtens noch am ehesten aufzuholen sind. Ich fürchte, nicht alle Freundschaften und Cliquen können reaktiviert werden und auch die eine oder andere Sportmannschaft wird im vergangenen Jahr auseinandergebrochen sein. Und das ist Gift für die nachhaltige Entwicklung junger Menschen. Ich traue mich gar nicht, mir vorzustellen, wie ich reagiert hätte, wenn ich als 14- oder 15-Jähriger ein Jahr lang nicht auf den Bolzplatz, ins Freibad oder in die Eisdiele gedurft hätte.
Wenn es etwas aus der Pandemie zu lernen gibt, dann ist es die Erkenntnis, dass Freiheit nicht so selbstverständlich ist, wie wir Bundesbürger 70 Jahre lang gedacht haben. Gesundheit geht eben immer vor. Deshalb dürfen sich alle auf die Schulter klopfen, die sich in den vergangenen Wochen an die Corona-Regeln gehalten haben und das auch weiter tun. Ihnen ist zu verdanken, dass wir zusehends wieder mehr unternehmen dürfen. Und nicht etwa den Corona-Leugnern und Impfkritikern. Schon gemerkt? Die Querdenker werden immer leiser, je stärker die Inzidenz sinkt.
Auch in Haan ist die Erleichterung über das Brechen der dritten Corona-Welle allerorts spürbar. Die Menschen lachen mehr und gehen freundlicher miteinander um. Und so soll es auch sein. Nach den Entbehrungen kommt jetzt die Zeit, um das Leben zu feiern. Und zwar in Demut und Dankbarkeit. Und nicht mehr mit Meckern über kleine Einschränkungen wie Masken oder Schnelltests.
Der Sommer wird gut. Davon bin ich fest überzeugt.