Haaner Gymnasium verbreitet Großstadtflair – Haaner Treff

Haaner Gymnasium verbreitet Großstadtflair

In diesen Tagen wird die Inneneinrichtung im neuen Gebäude vorgenommen und fertiggestellt.

Haan – Derzeit bereiten sich im alten Gymnasiumsgebäude an der Adlerstraße alle auf den Umzug vor. Der wird vergleichsweise schnell gehen, denn außer archivierungspflichtigen Unterlagen wird nichts mit umziehen in das neue Gymnasium. Der Grund ist einfach, denn er hatte unter anderem zum Neubau des Schulgebäudes geführt: Auch die Möbel sind mit PCB konterminiert und sollen nicht in den sauberen Neubau geschleppt werden. Auch keine alten Schulbücher. In diesen Tagen finden rund 9.000 nagelneue Schulbücher ihren Weg in den Gymnasiumsneubau.
Hochmodern sind die Unterrichts-, Gemeinschafts- und sonstigen Räume eingerichtet, modern und funktional. Ein Gang durch das Gebäude mit seinen Innenhöfen lässt Großstadtfeeling aufkommen. Allein die Aula mit einer mehr als großzügig angelegten Bühne lässt Vorfreude aufkommen auf zukünftige kulturelle Veranstaltungen, die hier stattfinden sollen.
In Vorfreude dürfen sich auch die rund 600 Schüler üben, die nach den Sommerferien hier dem Unterricht folgen dürfen: 67 Klassen- und Fachräume, sieben Differenzierungsräume, 22 Büro- und Besprechungszimmer, eine Bibliothek, eine Mensa und ein Selbstlernzentrum warten darauf mit Leben erfüllt zu werden.
Die Einrichtung ist nach modernsten Standards vorgenommen worden: Neben 850 Schränken, 2.680 Stühlen und 1.300 Tischen befinden sich 67 interaktive Tafeln und Smartboards in den Räumen. 25 Lkw-Ladungen Material werden in den nächsten Tagen in Haan angeliefert. „Hier gibt es keine Overhead-Projektoren mehr“, freut sich Schulleiterin Friederike von Wiser auf das neue Zeitalter des Lernens, das in Haan nach den Sommerferien anbrechen wird. Dazu wird auch das Lehrpersonal auf die neuen technischen Arbeitsmittel geschult.
Pädagogische Dekoration nennt der Fachmann die Whiteboards, die in jedem Unterrichtsraum gleich mehrfach vorhanden sind und eine Mehrfachfunktion ausüben: Sie dienen als Schranktüren, können auch ausgehängt und in einen anderen Raum transportiert werden, um dort mit den Aufzeichnungen weiter zu lernen.
Die Räume sind transparent gestaltet, haben kleine Fenster zum Nebenraum – verschließbar mit den Whiteboards – und jede Tür hat ein Glaselement. „Das war ein kleines Problem, denn die Feuerwehr und die Polizei haben ihre Ansprüche für den Fall eines Amoklaufes angemeldet. Aber wir haben eine gute Lösung gefunden“, erklärt Hans-Georg Kühnemund, Oberbauleiter des Gymnasiums von der Firma MBM.
Er weiß auch, wie es in den nächsten Tagen und Wochen mit dem Gymnasium weiter geht: die Altbausanierungsarbeiten beginnen, die Schadstoffe werden fachgerecht entsorgt, das alte Hausmeisterhaus wird abgerissen. Und dann kommt auch schon die erste Ecke des Altgebäudes „weg“, denn es soll möglichst zügig ein großer Eingangsbereich zum Neubau entstehen. Der Komplettabriss soll bis Ende Oktober vollzogen sein. Dann wird dort ein weiterer Schulhofbereich entstehen auf zwei Ebenen mit Blick ins Bachtal.
Stehen bleiben wird nur die Sporthalle, der Parkplatzbereich wird größer werden, auch um zukünftig für Besucher von kulturellen Veranstaltungen zur Verfügung zu stehen. „In etwa einem Jahr dürften wir mit den Arbeiten im Außengelände fertig sein“, kalkuliert Kühnemund.
Und bisher hat die Zeitplanung perfekt funktioniert. Das bestätigt zumindest die zukünftige Hausherrin Friederike von Wiser. Beinahe minuziös sei die Planung eingehalten worden. „Das schätze ich sehr“.


Einrichtung kostet rund 3,5 Millionen Euro

Für die Einrichtung des Gymnasiums sind im Haushalt der Stadt Haan 3,5 Millionen Euro veranschlagt. „Dazu gehört ja noch vieles mehr als nur die Möbel“, erklären die Projektleiterin beim Gebäudemanagement der Stadt Haan, Katja Sann, und Sabine Franz vom Amt für Schule und Sport. Sie war während der Bauphase zuständig für die Planung, Beschaffung und Organisation der Einrichtung des Schulgebäudes.
Die neue Haaner Sozialdezernentin Annette Herz zeigte sich beeindruckt von dem neuen Gebäude an der Adlerstraße. „Hier hätte ich auch gerne gelernt“, bekannte sie. „Ich bin total begeistert, dass ich in einer Stadt arbeiten darf, wo so viele Bildungsprojekte und Neubauten entweder beschlossen, in der Planung oder wie beim Gymnasium kurz vor der Vollendung stehen“. agr

Infos
2013: Start der Planungen für die Errichtung eines neuen Gymnasiums
2015: Einbringung in den Haushalt
Dezember 2017: Beginn Abbruch
Januar 2018: Baubeginn
Juli 2018: Grundsteinlegung
Mai 2020: Möbelanlieferung
Juni 2020: letzter Schultag im alten Gebäude
August 2020: Einweihung