Razzien in Haan: 10 Strafverfahren eingeleitet – Haaner Treff

Razzien in Haan: 10 Strafverfahren eingeleitet

Polizei, Zoll und das Ordnungsamt haben sieben Lokalitäten und fünf Fahrzeuge in Haan kontrolliert.

Haan – In der Nacht von Freitag, 31. Januar, zu Samstag 1. Februar, hat die Kreispolizei Mettmann zusammen mit dem Zoll und dem Ordnungsamt der Stadt Haan geplante Kontrolleinsätze im Rahmen der landesweiten „Null-Toleranz-Strategie“ durchgeführt.
Zur Bekämpfung der Rocker- und Clankriminalität wurden in Haan gezielt ausgesuchte Bistros, Spielhallen, Gaststätten, Vereine und Wettbüros sowie dabei angetroffene Personen und Fahrzeuge kontrolliert.
Die Kontrollen fanden in der Zeit zwischen 21 und 2 Uhr statt. Dabei wurden insgesamt sieben Lokalitäten, 110 Personen und fünf Fahrzeuge kontrolliert. Der Einsatzschwerpunkt lag in der Bahnhofstraße und dem unmittelbaren Umfeld.
Die Bilanz kann sich, aus Sicht der Behörden sehen lassen: Zehn Strafverfahren, unter anderem wegen illegalem Glücksspiel und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, wurden eingeleitet.
In diesem Zusammenhang wurden sechs Geldspielautomaten sowie geringe Mengen illegaler Betäubungsmittel von der Polizei sichergestellt. Darüber hinaus wurden 28 Ordnungswidrigkeiten ausgesprochen.
Ein entsprechend positives Fazit zogen die beteiligten Behörden am Ende des Einsatzes. Neben den aktuell getroffenen Maßnahmen konnten zusätzlich neue Erkenntnisse gewonnen werden.
„Die aktuellen wie auch weitere zukünftige Kontrollen dieser Art, werden weiterhin einer konsequenten Strafverfolgung dienen, um gleichzeitig auch das Sicherheitsgefühl der örtlichen Bevölkerung zu stärken“, sagt ein Sprecher der Kreispolizeibehörde.
„Null-Toleranz-Strategie“ nennt sich das Polizei-Konzept zur Bekämpfung krimineller Familien-Clans und Rockerkriminalität. Seit gut zwei Jahren kontrollieren Polizei, Zoll und Ordnungsamt regelmäßig gemeinsam unter anderem Shisha-Bars und Diskotheken.
Diese Razzien hätten die Szene verunsichert, hieß es bereits Anfang 2019 auf der Clan-Konferenz in Essen. Die Clans würden nun nach Möglichkeiten suchen, ihre Geschäfte in ländliche Gebiete zu verlagern.
NRW-Innenminister Herbert Reul sieht in den regelmäßigen Razzien eine wirkungsvolle Maßnahme. Man merke bei den Clans bereits eine gewisse „Unruhe“. Laut einem Bericht aus dem September 2019 sind in NRW 104 kriminelle Clans für fast 5.000 Straftaten im Jahr verantwortlich. „Aber es braucht einen langen Atem, um die Clans in NRW zurückzudrängen“, ist sich Reul sicher. agr