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27.12.2017

Stadt stellt Verkehrsführungsplan vor


Insgesamt sieben Containersysteme auf den Schulhöfen ersetzen Unterrichtsräume an der Adlerstraße. HT-Foto: Stephan Korfe
Zweiter Info-Abend zum Neubau des Gymnasiums traf auf großes Interesse der Bürger.

Haan - Mit dem Abriss der Aula des Gymnasiums zu Beginn des neuen Jahres wird der etwa 30 Millionen Euro teure Schulneubau an der Adlerstraße konkret.
Um über die dabei geplante Verkehrsführung während der etwa zweieinhalbjährigen Bauphase zu informieren, hatte die Stadtverwaltung am Dienstag, 19. Dezember, zu einem zweiten Informationsabend eingeladen.
Dieser war notwendig geworden, weil das Interesse der (betroffenen) Haaner am Bauprojekt überaus groß ist. Fragen und Kritik nahmen Katja Sann und Olaf Tödte vom Gebäudemanagement sowie Guido Mering als Leiter des Tiefbauamts an diesem Abend entgegen.
Der Bauplan: Im Januar 2018 wird mit dem Abriss des Aula-Gebäudekomplexes begonnen. Bis Ende 2018 soll dieser gesamte Gebäudeteil abgerissen und einem Rohbau gewichen sein. Die Unterrichtsräume im Aula-Gebäudekomplex müssen dabei zum Teil ersetzt werden. Vier Containersysteme („Klassenpavillons“) werden dafür zurzeit auf dem Schulhof installiert, drei weitere kommen hinter die Sporthalle.
Alle anderen Klassen ziehen in die zunächst verbleibenden Atriumgebäude um. Die Klassen-Container sind dabei als Ersatzunterrichtsräume bis Ende 2019 im Einsatz. Dann soll der Neubau abgeschlossen sein und die Schüler können in das dann neue Schulgebäude auf dem jetzigen Aulaplatz umziehen.
Die Atriumgebäude werden ebenfalls nach Fertigstellung des Neubaus abgerissen, die Sporthalle jedoch bleibt erhalten. Bis Mitte 2020 sollen schließlich die verbleibenden Gebäude abgerissen und die Außenanlagen fertig gestaltet sein.
Die gesamte, zweieinhalbjährige Bauphase erfolgt dabei im laufenden Schulbetrieb.
Der Verkehrsplan: Die Baustellenein- und ausfahrt wird die heutige Ein- und Ausfahrt zum Schulhof gegenüber der Ausmündung Diekermühlenstraße. Die Zufahrt zur Baustelle soll dabei über die Diekermühlenstraße erfolgen.
Dazu wird die Diekermühlenstraße nach dem Finkenweg zu einer Einbahnstraße mit einer einseitigen, und zwar linksseitigen Halteverbotszone. Die Halteverbotszone gilt hier montags bis samstags von 7 bis 19 Uhr.
„Und in den Stoßzeiten wird auch samstags gebaut, vor allem während der Abbruchphase im ersten Baujahr“, sagt Katja Sann.
Im Bereich hinter dem Aula-Gebäudekomplex wird die Horstmannsmühle und die Diekermühle ausschließlich für Baustellenfahrzeuge befahrbar sein. Die Abfahrt von der Baustelle wird über die Diekerhofstraße abgeleitet, die ebenfalls zur Einbahnstraße umfunktioniert wird.
Auf Anregung der Betroffenen wird dabei ein Rechtspfeil eingesetzt, der die Bau-LKW auf die Diekerhofstraße und eben nicht auf die Adlerstraße bringen soll.
Der Abverkehr soll dann in die Dieker Straße, die als Baustellenausfahrt an den kritischen Stellen zur 30er-Zone wird, münden. Die Adlerstraße wird dabei von der Diekermühlenstraße bis zum Amselweg in der Einbahnstraßenrichtung gedreht, wobei es aber „Begegnungsverkehr“ mit Fahrradfahrern geben soll.
Drosselweg, Starenweg und Finkenweg sind im Szenario Einbahnstraßen oder „verkappte Einbahnstraßen“, wie es Guido Mering formulierte. Die Konsequenz soll sein, dass der Verkehr auf den „Vogelstraßen“ idealerweise über die Adlerstraße zum Kreisverkehr abgeleitet wird. Der Amselweg wird dabei ebenfalls zu einer Einbahnstraße Richtung Kreisverkehr. Die Adlerstraße wird allerdings aufgrund von Bohrarbeiten voraussichtlich für März und April 2018 gesperrt.
In dem Moment soll dann der Drosselweg in seiner Einbahnstraßenrichtung gedreht werden. „Aber das ist alles noch nicht in Stein gemeißelt“, sagte Katja Sann zur Adlerstraßensperrung.
Grundsätzlich wird der Verkehr während der Bauphase beobachtet und bei Problemen soll sofort eingegriffen werden.
Die Besucher des Informationsabends waren ob des Verkehrskonzepts zum Teil skeptisch. Bezüglich der drohenden Parkplatzeinschränkung an der Diekermühlenstraße machten manche ihrem Ärger Luft. Andere sahen ein potenzielles Verkehrschaos aufkommen, wenn Eltern ihre Kinder weiter über die Diekermühlenstraße mit dem Auto zur Schule brächten.
Die Frage nach sogenannten „Kiss and Ride“-Plätzen kam dabei auf, musste aber von Tiefbauamtsleiter Guido Mering als Möglichkeit verneint werden. „Das wäre zwar grundsätzlich möglich“, sagte Mering. „Aber es zeigt sich leider dann, dass die Eltern ihre Kinder am Liebsten bis in die Klassen bringen würden.“ Die Möglichkeit zu „Kiss and Ride“-Plätzen würde schlicht nicht funktionieren, was wiederum viele Besucher bestätigten.
Nach Abschluss der Bauphase soll die Straßenführung aber wieder in ihren Ursprungszustand versetzt werden. Ohne Reibungspunkte wird es bis dahin nicht gehen. sk
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