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11.04.2018

Immobilienpreise steigen exorbitant


Der Leiter des Vermessungs- und Katasteramtes des Kreises Mettmann, Wolfgang Schwandke, präsentierte am vergangenen Freitag den Grundstücksmarktbericht des Jahres 2017. HT-Foto: Antje Götze-Römer
Im vergangenen Jahr wurde bei Käufen von Immobilien mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben.

Haan - Im vergangenen Jahr wurden im Zuständigkeitsbereich des Gutachterausschusses des Kreises Mettmann, der für acht der zehn kreisangehörigen Städte zuständig ist - Ratingen und Velbert haben eigene Gutachterausschüsse - 3.296 Kauffälle registriert mit einem Geldumsatz von rund 1.021,5 Millionen Euro und einem Flächenumsatz von rund 268 Hektar.
„Damit ist die Zahl der Kauffälle zwar um 2 Prozent zurückgegangen, der Geldumsatz aber ist um etwa 19 Prozent gestiegen“, berichtet Wolfgang Schwandke vom Vermessungs- und Katasteramt des Kreises Mettmann bei einem Pressegespräch am vergangenen Freitag.
Der Flächenumsatz seit um rund 11 Prozent gegenüber dem Jahr 2014 zurückgegangen. Der Auswertezeitraum geht dabei immer vom 16. November des Vorjahres bis zum 15. November des Berichtsjahres.
Das Marktgeschehen werde wie in den vergangenen Jahren durch den Geschäftsverkehr zwischen Privatpersonen geprägt. Etwa 91 Prozent der Erwerber waren natürliche Personen.
53 Prozent der Käufer hatten ihren Wohnsitz in den Städten, wo sie die Grundstücke oder Eigentumswohnungen erworben haben.
Der Kauf ist nach wie vor die häufigste Form des Eigentumswechsels von Immobilien. Er wurde mit einem Anteil von etwa 97 Prozent registriert. Es gab 38 Zwangsversteigerungen.
32 Prozent des Geldumsatzes im Zuständigkeitsbereich entfällt auf die Stadt Langenfeld, gefolgt von Monheim (21 Prozent) und Hilden (12 Prozent). Auf Wülfrath fällt nur etwa 2 Prozent.
„Generell ist festzustellen, dass für unbebaute Wohngrundstücke nach wie vor ein Nord-Süd-Gefälle beim Preisniveau besteht“, sagt Amtsleiter Schwandke. Die Preise seien im gesamten Zuständigkeitsgebiet teilweise deutlich gestiegen, in Monheim um 50 Euro pro Quadratmeter, in Langenfeld und Mettmann um 40 Euro, in Hilden und Haan um 30 Euro, in Erkrath und Heiligenhaus um 20 Euro und in Wülfrath müssen 10 Euro mehr bezahlt werden.
Das höchste Preisniveau für Wohngrundstücke liegt in Hilden, Haan und Langenfeld. Die Städte liegen im Feld der „Top 10“ im Land NRW. In Hilden bewegen sich die Bodenrichtwerte maximal um 500 Euro pro Quadratmeter im Bereich Luisenstraße/Augustastraße, während sie in Haan maximal bei 530 Euro im Haaner Süden, dem sogenannten Musikantenviertel liegen.
Insgesamt liegen die durchschnittlichen Bodenrichtwerte für Wohngrundstücke, und zwar für erschließungsbeitrags- und kanalanschlussbeitragsfreie Wohngrundstücke (für den ein- und zweigeschossigen Eigenheimbau) in Haan zwischen 325 und 470 Euro pro Quadratmeter.
Die Bodenrichtwerte für Citygrundstücke, also für Geschäftsgrundstücke in den Innenstädten, sind im Wesentlichen auf dem gleichen Niveau geblieben. Die Spitzenwerte liegen in der Mittelstraße in Hilden und reichen bis 1.150 Euro/Quadratmeter (Haan: 330 bis 520 Euro).
Im Zuständigkeitsbereich des Gutachterausschusses wurden in 2017 für rund 79 Mio. Euro unbebaute Grundstücke umgesetzt (+15,3 Prozent zum Vorjahr). Dies waren natürlich nicht ausschließlich Baugrundstücke. Zu diesem Marktsegment zählen auch land- und forstwirtschaftliche Flächen, Bauerwartungsland, Rohbauland, Flächen für den Gemeinbedarf (Verkehrsflächen, öffentliche Grünflächen) und auch Wasserflächen, Dauerkleingärten und ähnliches.
Ein großer Marktanteil der verkauften unbebauten Grundstücke fällt natürlich auf baureife Grundstücke für den Wohnungsbau und für Büro- und Geschäftshäuser. Mit rund 22 beziehungsweise 16 Prozent der Kauffälle liegen hier Langenfeld und Monheim an der Spitze, gefolgt von Hilden mit 15 Prozent der Kauffälle. Der Anteil in den übrigen Städten schwankt zwischen 4 und 11 Prozent. Der größte Geldumsatz ist mit 682 Mio. Euro (+30 Prozent) für 1.230 Kauffälle (+3 Prozent) bei bebauten Grundstücken zu verzeichnen. Der Flächenumsatz ist um etwa 22 Prozent gestiegen.
Die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser lagen überwiegend zwischen 300.000 und 500.000 Euro, bei Mietwohnhäusern ist keine einheitliche Preistendenz erkennbar.
Bei Neubauten wurden in der Regel die bebauten Grundstücke über Bauträger verkauft. Es werden überwiegend Doppelhaushälften errichtet. Die niedrigsten Preise für Grundstücke mit Neubauten für Doppelhaushälften und freistehenden Einfamilienhäusern sind in Wülfrath, die höchsten in Haan (525.000 Euro bei DHH/620.000 Euro bei Einzelhaus) zu verzeichnen.
Die niedrigsten Preise für Gebrauchtimmobilien sind für Reihenhäuser in Heiligenhaus, die höchsten in Langenfeld zu verzeichnen. Bei gebrauchten Doppelhaushälften sind die niedrigsten Preise in Wülfrath, die höchsten in Hilden gezahlt worden.
„Die Anleger kaufen leider alles“, sagt Wolfgang Schwandke. Er wolle noch nicht von einer Immobilienblase sprechen, aber Ansätze dazu seien vorhanden. agr
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