Haaner Treff - Haaner Treff
11.04.2018

Alles kann, nichts muss


Für André Wernicke (HSG Adler) und David Horscht (HTV Herren) könnte es am Ende der aktuellen Handball-Saison hoch hinauf gehen. HT-Foto: Antje Götze-Römer
Im Handball könnte sowohl bei den Damen als auch bei den Herren der
Aufstieg winken.

Haan - Zwei weitere Punkte in der Verbandsliga konnten am vergangenen Wochenende die Handball-Damen der HSG Adler Haan einheimsen - und das ohne auch nur einen Fuß auf das Parkett gesetzt zu haben. Kampflos gewannen die Haaner damit gegen den Uedemer TuS, dem ein Start beim Kreispokal wichtiger war als das angesetzte Nachholspiel gegen die Adler. Damit führen die Haanerinnen die Tabelle weiterhin an mit drei Punkten Vorsprung vor dem nächsten Verfolger aus Rhede, der allerdings ein Spiel weniger absolviert hat.
Bei noch fünf verbleibenden Spieltagen darf man also durchaus liebäugeln mit einem Aufstieg in die Oberliga, oder nicht?
Trainer André Wernicke gibt sich, wie auch vor dem Aufstieg in die Verbandsliga im vergangenen Jahr, als Zweckpessimist: „Wir müssen vor allem die Konzentration hochhalten und den jeweils nächsten Spieltag im Fokus behalten. Diese Liga ist voller Überraschungen und darum müssen wir immer 100 Prozent geben, um gewinnen zu können“.
Erstaunlich ist der Durchmarsch der Haaner Damen schon ein wenig, auch für den Trainer. „Ich hätte uns vor der Saison zwar schon im oberen Drittel angesiedelt, aber dass wir nun um den Aufstieg in die Oberliga mitkämpfen ist schon überraschend“.
Worin liegt das Erfolgsgeheimnis dieser Mannschaft? „Die Mädels sind alle beim HTV groß geworden und kennen sich einfach“, sagt Wernicke. Das „Problem“ sei die äußerst starke Bezirksliga im Kreis gewesen. „Das hat einige Anläufe gebraucht, bis wir da raus sind“. Was dann folgte ist das, was man nicht nur in Fachkreise einen Durchmarsch nennt: nach nur einer Saison in der Landesliga führt die HSG nun die Verbandsliga an.
Anders als Wernicke geht der Trainer der Herrenmannschaft des Haaner Turnvereins (HTV) mit dem Luxusproblem des möglichen Aufstiegs um, dennoch aber kam die Möglichkeit dazu überraschend. „Wir haben mit einem Platz unter den ersten vier kalkuliert“, sagt David Horscht. Nachdem die Saison aber so souverän gespielt wurde, wurde das neue Ziel nach oben korrigiert.
„Wir wollen aufsteigen“, sagt Horscht. Zum Erfolg trage vor allem die Entwicklung der Mannschaft bei. „Wir haben in diesem Jahr Spiele gewonnen, die wir in der vorhergehenden Saison noch verloren hätten“. Dies obwohl mit Nick Seilheimer ein Schlüsselspieler verletzungsbedingt ausgefallen ist. Einzelne Spieler seien zu verantwortungsvollen Führungspersönlichkeiten gereift. Dennoch: Im Falle eines Aufstiegs muss die Mannschaft punktuell verstärkt werden. „Darüber haben wir im Team offen gesprochen“, berichtet David Horscht.
Und das eine oder andere Gespräch hat auch schon stattgefunden. Bei Absagen höre man oft das Argument, dass nicht mit Haftmitteln gespielt werden darf in Haan - zumindest in der Adlerstraße nicht, nicht der HTV. „Das ist immer das erste Argument der Spieler“, bedauert Horscht. Aber: „Handball ist auch mehr als nur Harz“.
Genau: Spannung nämlich und Sport auf Topniveau. Nur ein Punkt macht den Unterschied zwischen dem Tabellenersten HTV und dem Verfolger vom HC Wermelskirchen aus.
Auch die Herren haben noch fünf Spieltage zu absolvieren.
Bei den Damen, vorausgesetzt alles verläuft nach Plan, sieht es nach einem echten Endspiel gegen den HC TV Rhede aus. Bis dahin müssen die Schützlinge von André Wernicke ihre Stärken ausspielen: „Sie übernehmen Verantwortung, aber ohne Druck“, sagt er und meint damit, dass das Team mit allen Spielerinnen vor allem dadurch punkten kann, dass alle Positionen ausgeglichen besetzt sind. „Wenn es bei einem der Mädels an einem Tag mal nicht so klappt, kann sofort eine andere den Job übernehmen“.
Und auch die Herren fiebern auf die Rückspielbegegnung gegen den HC Wermelskirchen hin. Die knappe Niederlage beim Bergischen Handball Club vor der Osterpause am 24. März (32:31) war zwar nicht unbedingt eingeplant, aber David Horscht kann auch dem etwas Positives abgewinnen: „Vielleicht kam der Dämpfer zur genau richtigen Zeit und wird sich positiv auf den weiteren Verlauf der Saison auswirken. Vielleicht sind die Sinne noch mal geschärft worden“.
Das Erfolgsmodell „Adler“, wie es seit dieser Saison der HTV und die DJK Unitas Haan praktizieren, hält er mittelfristig auch für den Herrenbereich denkbar. „Das Problem fängt doch schon im Jugendbereich an. Sowohl die Unitas, die mit Hilden eine Spielgemeinschaft bildet, als auch der HTV haben Probleme mit dem Nachwuchs. Oft wollen die Kids zum BHC nach Solingen, der als Zweitligaverein lockt“. Andere kommen aber auch nach Haan vom BHC. So wie Marcel Peters. Oder Dominik Zahs, der als HTV´ler zurück in die Gartenstadt fand. agr
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