Haaner Treff - Haaner Treff
04.04.2018

Schießen anstatt Eier suchen


Carina Schumskas, Andrea Reindl (v.l.), Trainer Dennis Dernbach, Verena Landmann und Veronika Reindl (v.r.) schießen normalerweise bei der SSVg auf Tore. Am Samstag freute sich der Vorsitzende der Ha
Bei den Haaner Sportschützen drehte sich zum Osterfest (fast) alles ums
Schießen.

Haan - Ein Schuss ins Leere, noch zwei weitere am Ziel vorbei, dann ein Treffer in den Außenkreis der Scheibe, immerhin zwei Punkte: Andrea Reindl, Spielerin des SSVg 06 Haan, schoss mit der Luftpistole. Sie übernahm eine von vier möglichen Disziplinen, zu denen sich Gruppen und Vereine am Ostersamstag, 31. März anmelden konnten.
Reindl und ihre drei Teamkolleginnen sowie Trainer Dennis Dernbach hatten sich als eine von sechs Gruppen für den Wettbewerb um den Wanderpokal des Haaner Schützenvereins beworben. Carina Schumskas konnte direkt 25 Punkte holen: Mit dem Luftgewehr traf sie gleich viermal ins Schwarze.
Die 22-jährige Verena Landmann zeigte ihr Können beim Bogenschießen mit 38 Punkten. Die letzte Disziplin übernahm Veronika Reindl, die mit 21 Jahren die Jüngste im Bunde der SSVg Damen ist. Im schallgeschützten Untergeschoss der Schützenanlage setzte sie das Kleinkaliber-Gewehr an: Volle Konzentration, das Ziel im Visier, Schuss! Aber daneben: Das Geschoss prallte am Metall der Abgrenzung ab.
Neuer Versuch: Veronika hat insgesamt 98 Sekunden Zeit um einen Treffer zu landen, der ihr schließlich auch gelang und einen weiteren Punkt für ihre Mannschaft bedeutet.
Insgesamt erwartete Vorsitzender Uwe Gohrbandt 100 bis 150 Besucher zum diesjährigen Osterschützenfest. Der seit 1881 bestehende Sportschützenverein ist mit insgesamt 220 Vereinsmitgliedern, davon 60 Aktive, recht bedeutsam. Besonders das vielfältige Angebot vom Luftdruckwaffensport, über Klein-und Großkalibergeschosse, bis hin zum Bogenschießen macht ihn zu einem starken, interessanten Verein in der Region.
„Schießen ist wie autogenes Training“, sagt Vorsitzender Gohrbandt. „Bevor man den Abzug betätigt, geht man in die volle Konzentration, sämtliche Gedanken werden abgeschaltet, nichts sollte einen mehr ablenken. Der Schießsport basiert auf Talent, Technik und Fleiß. Wer es zu den Meisterschaften bringen möchte, sollte zusätzlich zu den vielen Übungen auch Feingefühl für die Kunst des Zielens mitbringen“, erklärte der Vereinsvorsitzende.
Im Gegensatz zu vielen anderen Schützenvereinen ist der Haaner ein reiner Sportschützenverein ohne traditionelle Schützenzeremonien. Da sich die Mannschaften auf hohem Niveau bewegen und Ligawettkämpfe sogar in der Ober- und Landesliga ausüben, investiert der Verein ständig in seine Anlage.
Erst im vergangenen Jahr wurde für 90.000 Euro ein neuer Notausgang gebaut. Dafür musste eine Gebäudeerweitrung errichtet werden, durch die die Kellerräume im Notfall verlassen werden können.
Nun muss die Lüftungsanlage erneuert werden, die ebenfalls noch einmal 85.000 Euro kosten wird. Solche Investitionen lassen sich nur über einen langen Zeitraum finanzieren. Der Jahresbeitrag im Haaner Schützenverein liegt gerade mal bei 140 Euro.
„Aber gerade im Schießsport gibt es sehr hohe Sicherheitsvorschriften, denen wir gerecht werden müssen, ansonsten bleibt nur die Option zu schließen“, sagte Uwe Gohrbandt. Aber nicht nur die Gebäudeauflagen seien streng, auch die Zulassung für Neuschützen, für den Besitz diverser Waffen und auch den Standhelfern sei streng, da müsste vieles durch die Polizeikreisbehörde abgesegnet werden.
Natürlich wird die Geselligkeit im Verein ganz groß geschrieben. Um sie zu pflegen, findet einmal im Jahr, nun bereits zum 10. Mal, das Osterschützenfest statt.
Für viele Vereinsmitglieder ist diese Veranstaltung eine gute Gelegenheit sich mit Freunden und Mitgliedern anderer Schießvereine auszutauschen.
Zudem lockte auch die diesjährige Veranstaltung bei bestem Wetter und Sonnenschein auch etliche Neugierige an, die die Gelegenheit nutzten, den Schießsport selber einmal auszuprobieren.
Jeder Besucher konnte gegen einen Obolus von 2,50 Euro schießen und gucken, ob er Spaß am Waffensport hatte. Für die kleinen Besucher hatten die Organisatoren Plastik-Ostereier zum Abschuss mit der „Nerf“, einer Spielpistole, platziert und wer lieber mit einem Ball schießen wollte, konnte dies auf eine Torwand tun.
Natürlich gab es auch etwas für den Gaumen der Besucher. Bis 18 Uhr ging der offizielle Teil, dann wurden die Sieger ermittelt. syja
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