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10.01.2018

Keine neue Freiheit für Reiter in Haaner Wäldern


Georg Görtz von der Unteren Naturschutzbehörde erläuterte die neue Regelung und darüber, wo der Kreis von der Möglichkeit der eingeschränkten Reitbefugnis Gebrauch gemacht hat. HT-Foto: Kreis Me
Seit Jahresbeginn wurden die Regelungen für Reiter im Wald in Teilen des Kreises gelockert.

Kreis Mettmann - Mit dem Jahreswechsel wurde die in NRW bislang bestehende eher restriktive landesgesetzliche Regelung zum „Reiten im Wald“ gelockert.
Zusätzlich zu den mit den blauweißen Schildern speziell ausgewiesenen Reitwegen können nun auch Fahrwege und private Straßen mitgenutzt werden. Fahrwege sind befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege.
Laut Landesbetrieb Wald und Holz sind das Wege, die mit Achsfahrzeugen befahren werden können. Diese Lockerung geht auf eine Neuregelung im Landesnaturschutzgesetz NRW zurück. Nach wie vor sind jedoch – wie auch bisher – alle anderen Flächen, Wege und Pfade im Wald für Reiter tabu. Ebenso wie die ausgewiesenen Reitwege für Wanderer, Spaziergänger und Jogger tabu sein sollten.
In Waldflächen, die in besonderem Maße für Erholungszwecke genutzt werden, kann die neue, erweiterte Reitbefugnis durch eine Allgemeinverfügung wieder auf die ehemalige Reitbefugnis des Landschaftsgesetzes NRW zurückgeführt werden.
Reiten wäre dann wieder nur auf den mit blauweißen Schildern gekennzeichneten Reitwegen erlaubt. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann hat von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, um Konflikte mit anderen Erholungssuchenden zu vermeiden.
Folgenden Gebieten sind betroffen: alle Waldgebiete in der Stadt Hilden, alle Waldgebiete in der Stadt Langenfeld, alle Waldgebiete in der Stadt Monheim am Rhein, alle Waldgebiete in der Stadt Ratingen, die Waldgebiete im Neandertal in den Städten Erkrath, Haan und Mettmann.
Bei den betroffenen Waldgebieten besteht bereits ein gutes und ausreichendes Reitwegenetz, und wegen der intensiven Erholungsnutzung ist dort eine Beschränkung auf dieses Netz sinnvoll.
Eine Sondersituation besteht im Neandertal, das sehr stark von Spaziergängern und Wanderern frequentiert wird, so dass das Reiten auf den Wegen nicht zusätzlich zugelassen werden kann. Vor der Entscheidung über die Einschränkungen wurden die Waldbesitzer, Reiterverbände sowie die betroffenen Gemeinden und die Forstbehörde angehört und alle Interessen berücksichtigt. Zudem wird derzeit geprüft, ob noch weitere Bereiche oder Fahrwege mit einem Reitverbot belegt werden. Einzelne Wege können für das Reiten gesperrt werden, wenn dort andere Erholungssuchende erheblich beeinträchtigt oder erhebliche Schäden entstehen würden. Sobald solche Wege feststehen, werden sie mit einem Verbotsschild gekennzeichnet.
Derzeit sind im Kreis Mettmann offiziell 5341 Pferde gemeldet. In Ratingen sind es mit 1548 am meisten. Davon sind laut aktuellen Zahlen im gesamten Kreisgebiet 1550 mit einer Reitplakette ausgestattet, die dazu berechtigt, das Pferd in freier Landschaft und im Wald zu bewegen. red
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