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18.10.2017

Kirche muss ein offenes Haus bleiben


Pfarrer Reiner Nieswandt freut sich, die ersten Ergebnisse aus seiner Gruppe zum Thema Zukunftswerkstatt mitzuteilen. HT-Foto: Sylke Jacobs
In der dritten Zukunftswerkstatt der katholischen Kirche wurden Ideen erarbeitet.

Gruiten/Haan - Unsere Gesellschaft steht im Wandel. Medien, Konsum und Leistung rücken den christlichen Glauben in den Hintergrund. Die Tendenz einer atheistischen Kultur macht sich breit, die Kirche könnte aus der Mitte fallen und fortschreitend an Bedeutung verlieren. Wie soll die Kirche darauf reagieren? Am Sonntag trafen sich Gemeindemitglieder der katholischen Kirche aus Haan und Gruiten im Bürgersaal Gruiten zur dritten und vorerst letzten Zukunftswerkstatt, um Antworten auf diese Frage zu finden.
Um auf diese Veränderungen vorbereitet zu sein und ihnen mitbestimmend entgegenzuwirken, wurden dort erste konkrete Maßnahmen zur Umsetzung einer „Gemeinde der Zukunft“ gesammelt. Unter der Moderation von Gemeindemitglied Tom Hegermann und Pfarrer Reiner Nieswandt galt es, acht Themenschwerpunkte aus den Bereichen sozial (innen), kulturell, spirituell und sozial (außen) zu wählen.
Die Punkte, die bereits in den vorherigen Treffen erarbeitet wurden, setzten sich unter anderem mit Themen wie klare Strukturen und Zuständigkeit der Gemeinde sowie Willkommenskultur für Neuzugezogene bis hin zur Förderung des Dialoges zwischen Haaner Stadtpolitik und Gemeinde auseinander. Die Mitglieder waren somit gefordert, eine konkrete Idee so zu verfassen, dass die Gemeinde das Ergebnis im kommenden Jahr umsetzen kann. Schriftlich dokumentiert wurden die Vorschläge auf einer sogenannten Vereinbarung.


„Unsere Kirche muss ein offenes und transparentes Haus bleiben“, erläutert Christian Kullas vom Jugendausschuss des Pfarrgemeinderates. „Der Nachwuchs muss zurück in die Kirche geholt werden. Wer soll unsere Zukunft schmieden, wenn nicht die Jugend“, fährt er fort. Eine Diskussion kommt in Gang und die Anwesenden sind sich einig, dass jeder Verantwortung zu tragen hat. Schuldirektorin Annegret Buchart erläutert: „Wir selber müssen das Priestertum leben, wir tragen das christliche in uns und treffen oftmals Entscheidungen mit religiösem Hintergrund, ohne uns dessen bewusst zu sein.“
Damit stieß die Gruppe zu einem der Themenschwerpunkte, der lautet: Wir ermuntern Menschen, ihr allen gemeinsames Priestertum wahrzunehmen und unterstützen sie dabei, Verantwortung zu übernehmen und es zu leben. Dies bedeutet, dass Priester und Gemeinde auf gleicher Augenhöhe seine Gaben für die Gemeinschaft einbringen. Weg von der Implementierung, dass das Wort des Priesters allein zum „Heil“ führt, zurück zur Mitverantwortung eines jeden Christen.
Lange Zeit sei Kirche falsch interpretiert worden, man sah und lebte das gemeinsame Priestertum nicht mehr. Als Beispiel nennt Claudia Bockholt: „Wir sind es gewohnt, unsere Kinder zum Kommunionsunterricht einfach nur abzugeben, aber Eltern und Familie sollten wieder mit einbezogen werden und Verantwortung tragen.“ Ist das eine allgemeine Haltung der Gesellschaft? Ich lasse mir geben!
Die Kirchenstruktur unterliegt also ebenfalls, wie die Gesellschaftsstruktur, einer ständigen Wellenbewegung. Es geht aufwärts und zurück. Aber welches Fazit kann die Gemeinde aus der Zukunftswerkstatt ziehen, wie geht Kirche 2025? Jede Gruppe stellt zum Abschluss ihr Ergebnis vor, und obwohl es Kernerarbeit bleiben wird, wünscht sich die Haaner/Gruitener Gemeinde eine offene Kirche ohne geschlossene Kreise. Die Idee bleibe „Auf Augenhöhe“ mit dem Geistlichen und „Lebe vom Evangelium“ das, was du verstanden hast.
Als ebenfalls sinnvoll und wünschenswert erachten die Mitglieder eine christliche Früherziehung. Federführend sollte der Pfarrgemeinderat, bleiben und zusammen mit den Ideenpaten die Punkte umsetzen. syja
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